Ihr seid nicht das Volk © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0Der Verrohung gemeinsam entgegentreten – aktiv!

Die Verrohung unserer Gesellschaft zeigt sich nirgendwo so offen und deutlich wie in der zunehmenden verbalen, auch körperlichen Gewalt und Aggression gegenüber Polizeibeamten und Rettungskräften, gegenüber Politikern und Ehrenamtlichen.

Angriffe in diesem Bereich haben massiv zugenommen. Wenn wir unsere Freiheiten, unsere Werte und unsere Demokratie retten wollen, müssen wir Wege finden, diese Entwicklung aufzuhalten. Wir müssen der Respektlosigkeit entschieden entgegentreten. Wir müssen konkrete Grenzen definieren und bei Verstößen spürbare Konsequenzen folgen lassen.

Das bedeutet im Klartext: Jeder einzelne von uns, Politiker, Entscheidungsträger, Familien und Schulen müssen aktiv an dieser Aufgabe mitarbeiten. Wir dürfen nicht mehr nur passiv zusehen und uns in falsch verstandener Toleranz üben. Wir müssen aktiv werden.

Zum Beispiel indem wir die Verbreitung von Unwahrheiten nicht dulden oder gar unterstützen. Indem wir verbale Attacken und Respektlosigkeiten nicht einfach ignorieren, sondern uns aktiv um gegenseitigen Respekt bemühen. Indem wir achtsam mit Sprache umgehen und auf die Worte anderer adäquat reagieren. Im realen Leben genauso wie im Internet.

Werte, Kultur, Vision - was die Gesellschaft im innersten zusammenhält

Wenn man über eine Gesellschaft spricht, kann man den Focus entweder überkritisch auf die Unterschiede, das Trennende und die bestehenden Konflikte richten oder aber respektvoll auf das Verbindende, die gemeinsamen Werte und Ziele. Man kann je nach Perspektive das Negative oder das Positive in den Vordergrund stellen, indem man beispielsweise die Unterschiede verteufelt oder sie als einen wertvollen Faktor betrachtet, als eine Bereicherung. Weil wir dadurch neue Erfahrungen gewinnen und uns weiter entwickeln. Der Blickwinkel hängt jeweils sehr stark davon ab, was derjenige damit bezweckt:

Will der Akteur die bestehende Gemeinschaft erhalten und weiterentwickeln? Dann wird er einen konstruktiven Ansatz wählen und auf ihre Fähigkeiten und Stärken fokussieren, er wird Hoffnung machen und optimistische Visionen aufzeigen. Will er die bestehenden Strukturen erschüttern, vernichten und auf den Ruinen eine Gesellschaft nach seinen eigenen Vorstellungen errichten? Dann liegt es auf der Hand, dass er einen destruktiven Weg wählen wird:

Er wird das Negative betonen, Ängste schüren und den Teufel an die Wand malen. Leider sind viele Menschen anfällig für die falschen Propheten der Endzeit, die Fakten verdrehen, mit Halbwahrheiten Stimmung machen und selbst vor Lügen nicht zurückschrecken. Damit diese Stimmungsmache nicht erfolgreich ist, müssen wir für unsere Gesellschaft eintreten und sie aktiv so gestalten, wie wir sie in Zukunft haben wollen.