Psychologie & Pädagogik

EskimosEin bisschen gaga oder schon total verrückt: Was ist eigentlich normal?

Stellen Sie sich vor, Sie besuchen Ihren Freund, den Eskimo, zu Hause. Trotz dickem Norwegerpullover, Handschuhen, Fellkappe und Grog stehen Sie Zähne klappernd auf der Eisscholle. Ihr Freund, der Eskimo, wundert sich nur. Seiner Meinung nach ist es nämlich richtig warm heute. Sie werfen einen Blick aufs Thermometer - es hat definitiv 30 Grad minus. Ein wichtiger Referenz-Wert. Ohne den wüssten Sie nämlich nicht so genau, ob Sie jetzt spinnen oder ihr Freund, der Eskimo.

burnoutBurnout - wenn die Batterien leer sind

Burnout war bisher noch nicht als Krankeit anerkannt und wird daher gerne als Modeerscheinung unserer Zeit bezeichnet. Für all jene, die darunter leiden, ist eine solche Verharmlosung ein Schlag ins Gesicht, frei nach dem Motto: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Betroffenen wird unterstellt, dass sie dem Anpassungsdruck unserer Gesellschaft nicht gewachsen seien. Der schwarze Peter wird dem Menschen zugeschoben. Das krank machende System wird nicht in Frage gestellt, obwohl das Phänomen Burnout in einem bedenklichen Maße zunimmt. Im Jahr 2022 erscheint die ICD-11. Darin endlich wurde Burnout aufgenommen als Syndrom infolge von „Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann“.

paper 3376854 640Gute Vorsätze für das neue Jahr - was ist daraus geworden?

2021 ist bald drei Monate alt. Viele von uns sind mit großen Plänen ins Neue Jahr gestartet: Mehr Sport machen, abnehmen oder endlich mit dem Rauchen aufhören...

Und - was ist daraus geworden? Hast du deine guten Vorsätze verwirklicht?

So viele Menschen schwören jedes Jahr wieder Stein und Bein darauf, dass sie es jetzt endlich tun: Ein paar Kilo abnehmen, ins Fitnessstudio gehen, weniger Süßigkeiten essen, sich überhaupt gesünder ernähren, weniger Alkohol trinken, sich mehr Zeit für das Hobby oder die Familie nehmen…

100 Dinge - der Film100 Dinge – was muss man besitzen, um glücklich zu sein?

Rund 10.000 Dinge besitzt Otto Normalverbraucher. Nur etwa 1.000 nennen die meisten Menschen in Afrika ihr Eigen. Einige Menschen versuchen sogar, mit noch viel weniger klar zu kommen: Sie reduzieren ihren Besitz auf die 100 notwendigsten Gegenstände. Was braucht man also wirklich zum Leben?

Allein in unserem Urlaubsgepäck befinden sich für gewöhnlich schon weit mehr als 100 Dinge. Die übrigen Habseligkeiten in unserer Wohnung – sie umfassen meist ein Vielfaches davon. Das glaubst du nicht? Zähl einfach mal nach: Bücher, Bekleidung, CDs, Küchenutensilien, Lebensmittel, Einrichtungsgegenstände. Und eben all die Kleinigkeiten, die sich über die Zeit so ansammeln. Vermutlich bräuchtest du mehrere Tage, um ein Inventar dieser Dinge zu erstellen.

Ausschnitt aus Albrecht Dürers Grafik Der Sündenfall: Die Schlange überreicht Eva die verbotene Frucht 1504Schlummert das Böse in jedem von uns?

Wir sind keine Mörder und die allermeisten von uns neigen vermutlich nicht einmal zur Gewalt. Und doch behaupten Philosophen seit Menschengedenken: Der Keim des Bösen schlummert in jedem von uns…

Viele Mörder waren einst vollkommen unauffällige Menschen. So wie wir. Vielleicht sogar gute Menschen. Jedenfalls so lange, bis sie eine furchtbare Tat begingen. Eine Tat, die ihr Leben - und das vieler anderer - aus der Bahn geworfen hat.

charlie chaplinAls ich begann mich selbst zu lieben

Charlie Chaplin (1889-1977) soll dieses Gedicht verfasst und an seinem 70. Geburtstag (16.04.1959) vorgetragen haben. Das zumindest wird immer wieder behauptet, entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Das Original stammt aus der Feder der amerikanischen Autorin Kim McMillen (1944 – 1996):

Als ich begann mich selbst zu lieben, erkannte ich, dass Schmerz und emotionales Leid nur Warnzeichen dafür sind, dass ich dabei war gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich, das ist Authentizität.

Als ich begann mich selbst zu lieben, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden verletzen kann, wenn ich versuche ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war und die Person nicht bereit dafür war, obgleich ich selbst diese Person war. Heute nenne ich es Selbstachtung.

Mutter KindVom ES zum ICH zum DU

Wir machen vom ersten Tag unseres Lebens an Erfahrungen. Doch kurz nach der Geburt kann man sich das menschliche Bewusstsein wie eine Art leeres Gefäß vorstellen. Einmal abgesehen von den Inhalten des kollektiven Unbewussten wie Kultur, Geschichte oder Ahnen. Dieses Gefäß wird durch das Leben nach und nach mit Erlebnissen, Empfindungen und Eindrücken angefüllt. Das erklärt auch, warum die ersten Erfahrungen im Leben eines Menschen etwa bis zum 3. Lebensjahr die prägendsten sind. Sie bilden das Fundament. Alles, was später hinzu kommt, wird damit verwoben und wird davon beeinflusst.

Das Neugeborene lebt vollkommen im ES. Es ist ein egoistisches kleines Wesen, das lautstark die Erfüllung seiner Bedürfnisse einfordert. Sofort. Gleichzeitig entwickelt sich mit jeder einzelnen Wahrnehmung das Bewusstsein des Kleinkindes. Die Interaktion mit der Mutter ist absolut prägend für diese ersten Sensationen. Die Mutter ist der Quell der Nahrung, der Geborgenheit und des Gefühls von Selbst-Sicherheit.

FamilieLieben lernen - Vater und Mutter als Schlüsselpersonen

Bei der Frage nach der eigenen Herkunft, stehen immer die leiblichen Eltern ganz am Anfang. Man bleibt Vater und Mutter ein Leben lang aufs Engste verbunden, ganz egal ob beide Elternteile in der Kindheit und Jugend anwesend waren oder nicht. Und man identifiziert sich mit ihnen - im Guten wie im Schlechten. Auch die spätere Rolle als Mutter oder Vater und alle weiteren Beziehungen zu anderen Menschen werden ganz wesentlich von den eigenen Eltern geprägt.

Unsere Eltern sind so vieles für uns. Vater und Mutter verkörpern mehr als alle andere Menschen die Chance auf Selbsterkenntnis und Integration.

StammbaumUnsere Ahnen – unser Erbe

Die Erforschung des eigenen Stammbaums ist wieder in Mode gekommen. Mit etwas Aufwand können viele Menschen die Geschichte ihrer Ahnen einige Generationen weit zurück verfolgen. Sie werden bald feststellen, dass sich die Äste des Stammbaums bereits bei den Urgroßeltern unüberschaubar zu verzweigen beginnen. Geht man weiter zurück in der Vergangenheit, wird man unweigerlich mit dem Gedanken konfrontiert, dass wir vermutlich alle irgendwie miteinander verwandt sind. Es liegt also durchaus nahe, dass es in vielen Kulturen die Idee einer „Urmutter“ und eines „Urvaters“ gibt. Von diesen beiden sollen alle nachfolgenden Geschlechter abstammen.

HautfarbeKultur ist mehr als eine Hautfarbe

Die Kultur, in der wir leben formt uns. Wer in Deutschland lebt, wird über kurz oder lang zum Deutschen, in Amerika wird er zum Amerikaner und in Afrika zum Afrikaner. Kultur erzwingt Anpassung. Abweichungen von der Norm machen zum Außenseiter, erzeugen ungute Gefühle, ja sogar Schuldgefühle.

Tabu in den Köpfen

In jeder Kultur herrschen ungeschriebene Gesetze. Manche davon sind mit einem starken Tabu belegt wie Beschneidungsrituale oder die Blutrache. Der Sinn solcher Regeln darf nicht hinterfragt werden. Werden sie gar zu Natur- oder Gottesgesetzen erklärt, sind sie besonders prägend.

Das kollektive Unbewusste, Sea, Eduard Tomek 1971Das kollektive Unbewusste

Carl Gustav Jung ging noch einen Schritt weiter als sein zeitweiliger Wegbegleiter Sigmund Freud: Er attestierte der gesamten Menschheit ein „kollektives Unbewusstes“. Sie sei geprägt durch einen Mangel an „Selbstsein“ und dieses Defizit sei auf den „Verlust der religiösen Wurzeln“ zurückzuführen.

Jung geht davon aus, dass das kollektive Unbewusste in gewisser Weise dem individuellen Unbewussten entspricht. Es reiche bis in zu Anfängen des Menschseins zurück. Genau wie unsere biologische Mitgift werde es „vererbt“, also von Generation zu Generation weitergegeben. Wir können uns das kollektive Unbewusste vorstellen wie einen gigantischen Speicher. Nach Carl Gustav Jung ist es während der gesamten menschlichen Evolution vom Tier- zum Geistwesen entstanden und wird aus vielen Quellen gespeist.

Wir alle tragen die stammesgeschichtlichen Erfahrungen unserer Ahnen, die charakteristischen Wesenszüge der Art Mensch, die Stimme einer unbeeinflussten Urnatur in uns.

Freud SofaFreud: Das Ich und das Unbewusste

Die erste große Kränkung der Menschheit war nach Sigmund Freud die kopernikanische Wende. Bis dahin glaubte man, die Erde sei der Mittelpunkt des Universums. Die zweite fügte Darwin der Menschheit zu: Er sagt, der Mensch stamme vom Tier ab und widerlegt damit das Dogma der göttlichen Schöpfung.

Die dritte große Kränkung, so Freud, habe er der Menschheit selbst zugefügt. Indem er behauptete, das ICH sei nicht „Herr im eigenen Haus“.

Amöbe EvolutionDer Mensch – ein Fehler der Natur?

Am Anfang war die Amöbe. Von der Amöbe bis zum heutigen Menschen war es ein ziemlich langer Weg. Ein Weg, der nur möglich wurde durch Veränderung - denn Stagnation bringt nichts Neues hervor.

Das Darwinsche Prinzip gilt bis heute

Mutation und Selektion sind der Motor der Evolution. Nichts ist beständiger als die Veränderung. Kleine Fehler in der Fortpflanzung führen zu immer neuen Variationen des Lebens. Die Auswahl erfolgt nach pragmatischen Kriterien: Was nicht überlebenstüchtig ist, wird verworfen.

LebenundTodEvolution: Der Weg ist das Ziel

Wir wollen nichts dem Zufall überlassen. Vor allem wollen wir „negative“ Entwicklungen vermeiden. Wir bedenken dabei nicht, dass gerade vermeintliche „Irrtümer“ oder „Fehler“ auf merkwürdigen Umwegen zu guten Ergebnissen führen können. Und weil die instinktive Entscheidung keine Garantie für den Erfolg ist erdenken wir das „Mögliche“ und planen es bis ins kleinste Detail, um 100-Prozentig sicher zu gehen.

Ziele sind irrelevant

WuerfelZiele und Wille, Machbarkeit und Zufall

Die Evolution hat noch eine erstaunliche Fähigkeit hervorgebracht: Wir können uns nicht nur über unsere Ziele bewusst werden, sondern auch über die dahinter liegende Motivation.

Lange waren Menschen nur Figuren auf dem Spielbrett der Evolution. Inzwischen trachten wir auch danach, auf sie einzuwirken. Wir beeinflussen das Wetter und experimentieren mit dem Leben. Diese Ziele sind mehr als ehrgeizig. Sie sind vermessen. Unser Wille hat sich schon lange nicht mehr so sehr auf das Sein und den Sinn des Lebens im Hier und Jetzt gerichtet, als auf das Tun. Auf Machbarkeit und Machtausübung. Wir schauen auf die Zukunft, doch unsere Mitgift stammt aus der Vergangenheit. Wir sind fixiert auf das Morgen und vergessen dabei das Heute. Wir streben einen besseren Zustand an und sehen nicht, dass jetzt gerade im diesem Augenblick der bestmögliche Zustand erreicht ist. Dass unsere Ziele auf unserem Wissen von Gestern basieren. Nicht auf dem von heute. Die Zukunft lässt sich nicht berechnen und schon gar nicht zwingen.

Freud SofaDer freie Wille – eine Illusion?

Sigmund Freud entwickelte im Rahmen seiner Psychoanalyse als erster die Theorie, dass das Ich nicht „Herr im eigenen Haus“ sei. Sie besagt, dass das bewusste Denken nur einen kleinen Teil der Informationsverarbeitung im Gehirn darstelle. Das Handeln des Menschen beruht nicht etwa auf rationalen Entscheidungen, sondern meist auf unbewussten Vorgängen.

Was ist das Unbewusste?

BauchgefühlFehlerquellen: Ratio versus Körperbewusstsein

Kleinkinder sind frei von rationalem „Ballast“. Ihr Verhalten, ihre Einstellungen und Entscheidungen sind pragmatisch und opportunistisch. Wie die Evolution selbst. Ihre Ziel ist der Selbsterhalt innerhalb des Familiensystems und der Absicherung des eigenen Status darin. Können sie ihre Strategien erfolgreich umsetzen ist das ein Ausdruck von Lebenstüchtigkeit. Erwachsene Menschen spalten sich zunehmend von den ursprünglichen Systemen ab und erheben die Rationalität über alles andere.

BewusstseinEvolution und Bewusstsein

Irgendwann im Laufe der Evolution entwickelte sich auch das Bewusstsein des Menschen. War Bewusstsein nur eine Laune, eine Spielerei der Natur? Offenkundig ist Bewusstsein bei der Anpassung unserer Art an die uns umgebende Lebenswelt in irgendeiner Weise nützlich. Wenn das nicht der Fall wäre, wäre das Bewusstsein nämlich längst in einer Sackgasse der Evolution gelandet. Was nicht zweckdienlich ist, wird verworfen. Es ist also auch nicht ausgeschlossen, dass Bewusstsein verworfen wird, wenn es sich als hinderlich für unser Überleben erweist.

evolutionHat Evolution ein Ziel?

Der französische Genetiker François Jakob sagte, die Evolution sei ein Bastler. Sie verwende einfach das verfügbare Material und bastle daraus Neues. Nach den Prinzipien des Zufalls, der Notwendigkeit, der Selektion oder der Mutation. Evolution ist weder vorherbestimmt noch berechenbar. Evolution hat keinen Plan. Kein Ziel.

Die Grundlagen unserer Existenz: Irrtum und Fehler

Garten EdenEin Neuer Umgang mit der Macht

Macht ist zunächst ein neutraler Begriff und kann durchaus im positiven Sinne verstanden werden. Gestaltende, aufbauende Macht kann konstruktive Entwicklungen in Gang setzen. Unter einer Bedingung: Die Strategien der Macht müssen transparent sein. Eine Enttabuisierung und ein „neuer Umgang mit der Macht“ könnte nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Politik zu einer höheren Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit und damit der gesamten Gesellschaft zu nachhaltigeren ökonomischen Erfolgen und zu mehr Menschlichkeit verhelfen. [Vgl. Hoffmann, Walter: Vom Mythos Macht im Management: Ein Tabu im Umbruch?]

Das globale Versagen der Politik

Der Logik Alfred Adlers folgend kann man dem Streben nach Macht um der Macht willen nur dadurch erfolgreich begegnen, indem diesem Streben die Basis entzogen wird: das überdimensionierte Minderwertigkeitsgefühl der nach Macht Strebenden. Menschen sollten von frühester Kindheit an ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln können.

19467903305 04072421b1 qIntuition: Der Fehler als Motor der Evolution

Wirklich effizient wird unser Gehirn erst, wenn es uns gelingt, unsere Intuition zu aktivieren und ihr zu vertrauen. Nur dann können wir das Potenzial dieses Organs wirklich ausschöpfen. Intuition hat somit auch wissenschaftlich begründet ihren berechtigten Platz in unserem Denksystem gefunden. Diese Entwicklung macht Hoffnung, denn das Phänomen Intuition kann zu einem gesellschaftlichen Umdenken in vieler Hinsicht beitragen. Es wäre allerdings ein großes Missverständnis, davon auszugehen, dass intuitiv getroffene Entscheidungen zu "perfekten" Lösungen führen, denn, so Vossenkuhl: Auch Intuition kann schließlich irren. Darin besteht der eigentliche Lernprozess. Denn der Faktor, der Entwicklung voran treibt, ist ja gerade der Irrtum - der Fehler, der produziert wird, wenn wir neue Wege beschreiten und dabei irren.

IntuitionErfolgreicher dank Intuition

Der Bewusstseinsforscher Antonio Damasio geht davon aus, dass bei über 90 Prozent aller Entscheidungen die Intuition mit im Spiel ist. Der Neurophysiologe Wolf Singer erläutert, wie man sich diesen Prozess bewusst machen kann: Man sucht nach einem bestimmten Gedächtnisinhalt, einem Wort zum Beispiel, findet ihn aber nicht. Dann vertrauen wir uns automatisch unbewussten Suchprozessen an. Diese unbewussten Abwägungsprozesse nehmen wir als „gutes“ oder „schlechtes“ Gefühl wahr.

IntuitionIntuition

Wir sind Menschen. Wir können Entscheidungen nicht auf Basis rein rationaler Überlegungen und Berechnungen treffen. Zum Glück. Denn durch die Fähigkeit der Intuition gelangen wir mitunter zu spontanen Einsichten in ganz grundlegende Gesetzmäßigkeiten. Wir erfühlen intuitiv, ob unsere Entscheidungen „richtig“ sind, obwohl wir die zugrunde liegenden Zusammenhänge mit dem Intellekt nicht durchleuchtet haben. Wir erahnen sie sogar dann, wenn andere Erkenntnisse, die von außen an uns heran getragen werden, ihnen  zu widersprechen scheinen.

justitiaAnspruch und Wirklichkeit der Selbstgerechten

Hand aufs Herz: Wie oft im Leben sind wir über alle Zweifel erhaben? Auch wenn uns selbst ein gutes Bauchgefühl leitet - können wir je wirklich wissen, was für andere gut und richtig ist? Dürfen wir darüber befinden und über die Köpfe anderer hinweg entscheiden? Sie bevormunden, ihnen sagen, wo es lang geht?

Narziss MKL1888Die narzisstische Gesellschaft - leben nur Egoisten gut?

Egoismus ist gesund – bis zu einem gewissen Grade. Ein gesundes Gemeinwesen braucht beides: Egoismus und Altruismus. Auch hier macht die Dosis das Gift. Aber mitunter drängt sich der Eindruck auf, dass wir nur noch von Egomanen umgeben sind.

Viele Menschen in unserer Gesellschaft haben offenbar nur noch eines im Auge: ihr eigenes Wohlergehen. Sie raffen und horten ohne Rücksicht auf andere. Sie gehen über Leichen und streben mit allen Mitteln nach Erfolg und Reichtum. Sie sind berühmt und mächtig und das macht sie zu Vorbildern für andere – zum Beispiel für junge, naive und wenig selbstbewusste Menschen.

Vincent Willem van Gogh Wann ist es Depression? Vom Umgang mit der Melancholie

Wenn sich der dunkle Schatten der Melancholie auf das Gemüt legt kann das mitunter sehr heilsam sein. Meist finden wir schnell wieder zur Ausgeglichenheit zurück, doch mitunter frisst sich die Traurigkeit tief in die Seele hinein und raubt den Betroffenen jede Freude am Leben.

Die Melancholie wurde von vielen Dichtern und Künstlern gepriesen. Sie ist wie ein dunkler Schatten, der sich auf das Gemüt legt und alles in düsterem Licht erscheinen lässt. Man hat nahe am Wasser gebaut, der Kloß sitzt im Hals, die Kehle ist wie zugeschnürt. Man möchte am liebsten nur alleine sein – sich vollkommen zurückziehen von der Welt. 

PfauMein Partner ist so peinlich! Wie geht man mit ungeliebten Eigenschaften um?

Die peinlichen Marotten unserer Partner - früher konnten wir noch milde darüber lächeln. War er nicht gerade wegen seiner ganz besonderen Eigenarten so liebenswert? Haben wir uns nicht sogar deswegen in ihn verliebt? Wir waren blind für seine Schattenseiten, seine weniger angenehmen Eigenschaften. Später regen wir uns gerade darüber auf und stellen deswegen mitunter sogar die Partnerschaft in Frage.

TeiresiasBehinderung: Der Umgang mit dem Anderssein im Lauf der Geschichte

Behinderung wurde und wird als mehr oder weniger gravierende Abweichung von der Norm verstanden. Und der Umgang mit dem Anderssein scheint nicht mit der Entwicklungsstufe einer Zivilisation zu korrelieren sondern vielmehr mit deren ethischen Einstellungen und darauf begründeten Regelwerken. Auch die Lebensweise spielte dabei immer eine Rolle. Während nomadische Stämme heute noch Angehörige zurücklassen, die der Reise nicht gewachsen sind, existieren zur gleichen Zeit sesshafte Naturvölker, die Menschen mit Behinderungen liebevoll integrieren.

Nicht anders in frühester Geschichte: Schon bei den Neandertalern finden sich eindeutige Hinweise auf eine relativ gute Fürsorge für Menschen mit Krankheiten oder Behinderungen. Im antiken Griechenland dagegen war die Aussetzung von Kindern mit Behinderungen selbstverständlich. Doch auch dort gab es Ausnahmen:

Freak Show Menschen mit Handicap - Vorgeführt als Jahrmarktsattraktion

Noch im vorigen Jahrhundert stachelte der Zeitgeist der Romantik die Vorliebe für allerlei Merkwürdigkeiten, für Extotisches und Schauerliches derart an, dass die Zurschaustellung von Menschen mit seltenen Fehlbildungen großen Anklang fand. Das Publikum kam in Massen. Man bestaunte und begaffte Meerjungfrauen, Löwen- und Schlangenmenschen, Riesen, Zwerge, Spitz-,Turm- und Wasserköpfe, extrem fettleibige sowie vollkommen behaarte Menschen.

Jahrmarkt, Messe, Kirchweihfest - willkommene Unterbrechungen des Alltags, Gelegenheit zur Befriedigung der Neugier, der Sucht nach Aufregendem, Besonderem, Unerhörtem, noch nie Gesehenem, Sensationen, Zeitvertreib. Tiere und Menschen standen als  Monstrositäten und Schauobjekte auf gleicher Stufe nebeneinander. Ausdruck der „Gleichbehandlung“ durch eine Gesellschaft, die die Lebensform von Menschen mit Behinderung kaum über die der wilden Tiere stellte.

Menschen mit Down SyndromSegregation statt Integration?

Nur einer verschwindend kleinen „Behindertenelite“ gelingt es, die Gunst des Publikums zu erobern. Und das sind dann stets liebenswerte und freundlich lächelnde Menschen mit Down-Syndrom, die den Koffer mit Lotto-Millionen überbringen und dafür von den Lottogewinnern – ganz „normalen“ Menschen übrigens - enthusiastisch umarmt werden. Oder Menschen im Rollstuhl, die es zu fast übermenschlichen sportlichen Leistungen gebracht haben.

GehirnSo funktioniert unser Gedächtnis

Das Gehirn - ein Leben lang unter Strom

Genau genommen ist das Gehirn ein gigantisches Netzwerk mit einem Kabelsystem von mehreren 100 000 km Länge. Unser Speichermedium, das sind die Nervenzellen und ihre Verbindungen untereinander.

Es gibt etwa 100 Milliarden dieser Zellen, und jede einzelne ist mit bis zu 10 000 anderen verbunden.

GehirnNoch mehr Tipps für ein gutes Gedächtnis

Fünf gerade sein lassen

Kennen Sie den Effekt? Sie üben und üben, zum Beispiel beim Sport, doch Ihre Fertigkeiten werden einfach nicht besser? Versuchen Sie es einfach zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal! Nach einer längeren Pause sind manche Dinge plötzlich leichter auszuführen als zuvor.