ZoiglSchoppala und Zoigl – Oberpfälzer Leibspeisen von A - Z

Der Humor der Oberpfälzer ist weder subtil noch filigran. Das kann man an den Schmähgedichten der Altneihauser Feuerwehrkapelle ablesen oder an den gängige Beinamen für Schoppala: Nackade Herrn oder Badte Meis. Nackte Herren und gebadete Mäuse – darunter kann man sich unschwer vorstellen, wie die Schoppala aussehen müssen. Sie gehören bis heute zu den Lieblingsspeisen aller Steinpfälzer nach der Muttermilch.

Schoppala sind eine Art Fingernudeln. Man stellt einen Teig aus gekochten und durchgepressten Kartoffeln her, gibt eine Prise Salz, Ei und Mehl dazu und formt daraus fingerdicke Nudeln. Die werden in heißem Fett heraus gebacken. Serviert werden Schoppala nach Lust und Laune süß oder deftig: Zum Beispiel mit Speck, mit Apfelmus oder mit frischen gezuckerten Beeren.

Damit sind noch lange nicht alle meine Leibgerichte aus der Oberpfälzer abgehandelt – den Spouzn habe ich einen eigenen Beitrag gewidmet. Und dann wäre da noch das Wüld (Wild), ein knuspriges Ganserl oder der gebackene Karpfen. Da muss man Prioritäten setzen, daher zum Schluss noch das Wichtigste:

Das Zoigl - dem Oberpfälzer sein Bier

Das Reinheitsgebot wurde eigentlich in der Oberpfalz erfunden und zwar schon 1453. Tatsache! Den Regensburger Stadtrats-Mitgliedern wollte nämlich das "böse und arge Bier" in den Wirtshäusern nicht mehr schmecken. Also erstellten sie die Regensburger Bierordnung - einen Ehrenkodex, der es den Brauern unter Androhung empfindlicher Geldstrafen verbot, andere Zutaten zu verwenden als eben Wasser, Hopfen und Malz.

Die Tradition des Zoigl-Bieres ist sogar noch ein wenig älter: Die ältesten Belege lassen sich bis 1415 zurückverfolgen. Seit über 600 Jahren besitzen einige Privatleute in der Oberpfalz Haus-Braurechte. Und die sind sogar im Grundbuch des jeweiligen Anwesens eingetragen. Die Zoigl-Ortschaften verfügen über so genannte Kommun-Brauhäuser. In denen wird die Maische gehopft und dann von den Brauern mit nach Hause genommen. Dort wird sie dann im hauseigenen Gärkeller nach geheimen Rezepturen weiter verarbeitet. Jedes der Zoigl-Biere ist also genauso individuell wie der Wirt, der es ausschenkt. Der hängt, wenn die Reihe an ihm ist, einen sechseckigen Stern in sein Giebelfenster – das Zunftzeichen der Brauer (Zoigl = Zeichen). Es zeigt an, dass sein Bier und meist auch eine hausgemachte Brotzeit zum Genuss bereit stehen.