Männer und FrauenMänner & Frauen – zwischen Höhle und Herdfeuer

Früher war alles besser. Einfacher sowieso. Das ist allerdings schon ziemlich lange her. Männer gingen zur Jagd. Wenn sie wieder nach Hause kamen, saßen die Frauen bereits am Herdfeuer. Natürlich suchten sie sich den mit der fettesten Beute aus. Kräftig musste er sein, jung und knackig. Umgekehrt war es nicht viel anders... Lesen Sie mehr...

Die Handtasche einer Frau…

Die optimal befüllte Handtasche gehört zu den mobilen Endgeräten. Sie dient der Frau als Ich-Erweiterung und verkörpert Multitasking wie sie selbst. Sie Handtasche  ist Kommandozentrale, Kosmetikstudio, Picknickkorb, Büro und Notfallköfferchen. Sie dient als Devotionalien-Lager für sentimentale Erinnerungen wie Briefe, Fotos und Stofftiere. Frau muss schließlich Prioritäten setzen. Lesen Sie mehr...

Magie im Alltag. Von Friseuren, Autohändlern und Paarungsritualen

Im Grunde zaubern wir alle irgendwie. Jeden Tag ein kleines bisschen. Selbst dann, wenn wir uns nicht darüber bewusst sind. Auch dann, wenn wir uns für so überhaupt gar nicht abergläubisch halten. Das mit der Magie fängt nämlich schon beim Haareschneiden an. Weiter lesen...

Spleens, Schrullen und Marotten – sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?

Die einen zählen Stufen, die anderen essen Gummibärchen oder Smarties nach Farben sortiert, wieder andere sammeln mit Leidenschaft Plastiktüten. Praktisch jeder hat seine ganz speziellen Marotten. Meist sind es liebenswerte Gewohnheiten, mitunter aber auch Schrullen, die den Mitmenschen den letzten Nerv rauben. Lesen Sie mehr...

Pech kennt keine Fehlschläge - Aufreger im Alltag

Heute ist wieder einmal einer dieser Tage! Sie wissen schon: Einer von denen, an welchen Sie am liebsten gleich im Bett bleiben und sich die Bettdecke über beide Ohren ziehen würden. Weil Sie es irgendwo tief in Ihrem Innersten bereits ahnen: Heute geht sowieso alles schief. Und nach Murphys Gesetz geht dann ganz sicher alles schief. Lesen Sie mehr...

FrankenrechenDer Franke ist kein Bayer - eine kleine Charakteristik der fränkischen Wesensart

Nein, der Franke ist kein Bayer. Er war nie einer und aus ihm wird auch keiner mehr. Das wird für jeden Außenstehenden sofort klar, wenn der Glubb gegen die Bayern spielt. Der hat ja nun wirklich schon viel Schmach hinnehmen müssen. Aber dass ihn die Bayern damals annektiert haben, das wird er denen nie verzeihen! Beitrag lesen auf wize.life...

Fränkisch für Anfänger

Der Franke ist von Natur aus komprimiert. So prägnant und kompakt wie seine Sprache. Fränkisch lernen ist nicht einfach. Das liegt vor allem daran, dass es das Fränkische nicht gibt. Aber es gibt einige Grundregeln, mit Hilfe deren man sich in Franken mühelos verständigen kann. Mehr lesen...

DauerkarteAus dem Leben eines Glubberers

Der 1. FC Nürnberg ist einzigartig. Als Rekordmeister, als Rekordabsteiger und überhaupt. Der Club kämpft nur dann nicht gegen den Abstieg, wenn er gerade abgestiegen ist. Der Glubb ist kein Verein, sondern ein Lebensgefühl - irgendwo zwischen Leid, Hingabe und beständiger Wehmut. Nur ein Glubberer weiß, wie nahe Freud und Leid beieinander liegen. Mehr lesen...

Der Nürnberger und sein Christkindlesmarkt

Irgendwann gegen Ende November meldet sich der echte Nürnberger aus der Innenstadt ab. Ganz kurz vor der Eröffnung des Christkindlesmarktes. Nicht weil er seinen Weihnachtsmarkt nicht schön fände. Aber am allerschönsten findet er ihn eben aus respektvoller Nähe betrachtet. Von ganz weit weg. Am besten von Mallorca aus auf einer Postkarte. Mehr lesen...

Kaspar Hauser, ein ungelöstes Rätsel - unbekannter Herkunft und dunklen Todes

Wer kennt sie nicht, die geheimnisvolle und rätselhafte Geschichte des Kaspar Hauser: Am Nachmittag des 26. Mai 1828 wird der damals vielleicht 15- Jährige zum ersten Mal in Nürnberg gesehen - von zwei Schuhmachern, die an diesem sonnigen Pfingstmontag ihren Feiertagsplausch in der Nähe des Unschlittplatzes hielten. Er spricht noch am gleichen Tag beim Rittmeister von Wessenig in der Irrerstraße vor, der mit dem wundersamen Knaben wenig anzufangen weiß und ihn zur Polizeiwache bringen lässt. Mehr lesen...

Wappen OperpfalzOberpfälzisch für Anfänger

Der Bayer ist ja sprachlich schon recht derb unterwegs. Das sagen ihm zumindest die Hochdeutschen nach. Aber - wenn der Bayer derb ist, was ist eigentlich dann der Oberpfälzer? Der Illuminat Andreas Dominikus Zaupser schrieb anno 1789: "Sie sagen ganz treuherzig im Scherz zueinander, was Götz von Berlichingen im Heldenton den Hauptmanne sagen lässt..." Noch mehr über den schönen Dialekt der Oberpfälzer lesen Sie hier...

Vom Zauber der Rauhnächte – Sagen und Legenden aus der Oberpfalz

Das Leben in der Oberpfalz war nie einfach, aber das Dasein eines oberpfälzischen Burgfräuleins im Mittelalter muss ein wirklich hartes Brot gewesen sein. Recht viel Spaß hatte man auf so einer Burg man ohnehin nicht: Der eisig kalte böhmische Wind zog durch alle Ritzen herein und es war mit Verlaub gesagt stinklangweilig. Ist es da ein Wunder, dass Fräulein Kunigunde sich riesig darüber freute, als dieser umwerfend charmante Albrecht, der Schöne, sie besuchen kam und sie sich mit ihm ein wenig aufwärmte? Lesen Sie mehr...

DerKiachlSchlanke Köstlichkeiten aus der Oberpfalz

Auch die Schlemmermäuler kamen nicht zu kurz. Doch wer zuckrig Süßes mag, der wird sich in der Oberpfalz wohl eher nicht zu Hause fühlen. Zucker war lange Zeit ein teures Vergnügen und ist daher in den originalen Rezepten meist nur in geringen Mengen enthalten. Wir Oberpfälzer sind nämlich so gar keine Süßen und selbst der Hefeteig für das traditionelle Backwerk kommt mit wenig Zucker aus. Mehr lesen...

Schoppala, Dotsch und Schwammerlbröih' - meine oberpfälzischen Lieblingsgerichte

Zugegeben: Die leichte Sommer-Küche ist das nicht gerade. Aber es war halt auch meistens kalt. Und die traditionellen oberpfälzischen Gaumenfreuden stammen allesamt aus der guten, alten Bauernküche. Und weil das Leben dieser Bauern so hart war, war die Ernährung entsprechend deftig und nahrhaft. Die Gerichte sind das, was man gemeinhin „Armer-Leute-Essen“ nennt. Einfach eben. Aber richtig köstlich. Mehr lesen...

Nürnberg StichBetrachtet man die beiden Städte aus der Luft zum Beispiel auf Google Earth, so kann man nicht unterscheiden, wo Nürnberg aufhört und Fürth anfängt. Die Stadtgrenze verläuft manchmal zwischen zwei Häuserzeilen wie in der Höfener Straße. Dort soll dereinst in einer kalten und regnerischen Nacht eine Streife der Fürther Stadtpolizei entlang gegangen sein. Die Polizisten sahen einen Selbstmörder am Baum hängen. Sie fackelten nicht lang und hängten ihn eiligst auf die Nürnberger Seite.

Zehn Minuten später, so geht die Legende, seien zwei Nürnberger Polizisten vorbei gekommen. Da habe der eine zum anderen gesagt: „Jetzt hängt der schon wieder da!"

Ein anderer Selbstmordkandidat, so wird erzählt, sei in Nürnberg auf einer Brücke über der Pegnitz gestanden und wollte sich gerade in die Tiefe stürzen, als ein Nürnberger Polizeibeamter hinzu kommt. Er wendet sich verständnisvoll an den Verzweifelten und sagt: „Na, was is'n los?" Der Unglückliche sagt: „Die Frau is weg, des Haus is weg, des Auto is weg! Mir reicht's!" Sagt der Polizist: „Ja scho, aber jetza stell da mal vor, du hupfst da nunta - ich muss dir hinterher springen. Wir beide treiben Richtung Färdd in der Pengatz und ich schwör' dir - vor der Stadtgrenz' krabbelst du raus. Den Stress brauch mer uns ned machen!"

Auch den Dialekt der Nachbarstädte können nur Einheimische wirklich unterscheiden und der Unterschied ist ungefähr so relevant wie der zwischen dem Nürnberger Nordstädter und einem in der Südstadt sozialisierten Eingeborenen. Nur einem dummen kleinen Zufall ist es also zu verdanken, dass Nürnberg eine große, berühmte Reichs- und Kaiserstadt wurde, Fürth aber lange Zeit bedeutungslos vor sich hin dümpelte und in Verruf geriet wie zum Beispiel in folgender Spruchweisheit festgehalten: "Wer niggs is und wer niggs ko, der gäid zur Färdder Schdrasserboh".

Dauerkarte FCNLieber Fünfter als Färdder ist eine Nürnberger Spruchweisheit, die nur versteht, wer der fränkischen Mundart mächtig ist, weil Vierter in Mittelfranken genauso ausgesprochen wird wie Fürther. Die Rivalitäten der fränkischen Nachbarn im Fußball sind nun rund 100 Jahre alt. 1914 wurde Greuther Fürth die Mannschaft mit dem Kleeblatt erster deutsche Meister - der 1. FC Nürnberg schaffte es erst 1920 an die Spitze. Danach wurde Fußballgeschichte eine Zeitlang fast nur noch in Nürnberg und Fürth geschrieben.

Die beiden Städte galten bis weit in die 20er Jahre hinein als deutsche Fußballhochburgen. 1924 bestand die deutsche Nationalmannschaft aus sechs Fürthern und fünf Nürnbergern. Aber von wegen fränkische Solidarität - die Erzrivalen wollten nicht miteinander spielen. Sie wurden schließlich vom DFB gezwungen, gemeinsam zur Partie gegen Holland zu fahren. Doch selbst auf der Zugfahrt zogen sie sich in die jeweils am weitesten auseinander gelegenen Wagons zurück und wechselten kein Wort miteinander. Und im Hotel gingen sich die Spieler der beiden Mannschaften genauso aus dem Weg wie anschließend auf dem Spielfeld. Das 1:0 fiel auf Vorlage des Nürnberger Spielers Träg und wurde vom Fürther Stürmer Ascherl verwandelt. Die Kleeblätter jubelten, die Clubberer übten sich in Ignoranz.

Ein paar Jahre später hat ein Fürther Spieler gar Spielverbot bekommen, weil er eine Nürnbergerin geheiratet hat. Und wenn in Nürnberg einer schlechten Fußball spielt so sagt der Volksmund: "Was schbilldn där fieran Schdobbfer zam? Där is gwieß vo Färdd!?" ["Was spielt denn der für einen Blödsinn zusammen? Der ist gewiss aus Fürth!?"]

Nun jedenfalls dauern die Animositäten zwischen den den fränkischen Nachbarsstädten bis heute an und wer den Hinterrgrund verstehen möchte, muss einen Blick in die Geschichte werfen. So konnten es die Kleeblätter zum Beispiel gar nicht verwinden, dass Fürth nach Nürnberg eingemeindet werden sollte. Aber auch die Nürnberger haben viel Grund zum Ärgernis und das nicht nur, weil Fürth viel älter ist, sondern auch eine Zeit lang wirschaftlich viel erfolgreicher war.

KnoedeltopfVöllerei gehört heutzutage insbesondere an den Festtagen selbst im katholischen Bayern zu den eher lässlichen Sünden. Das Servieren eines Pfanni-Knödels fällt dagegen unter unverzeihliche Todsünden.

Eine Gastwirtschaft, welche Knödel-Pantscherei oder versuchtem Betrug mit Fertigprodukten begeht und dabei ertappt wird, schmort auf ewig im kulinarischen Höllenfeuer. Er ist sozusagen dem Untergang geweiht.

Die Zubereitung von Knödeln, das ist bayerische Kochkultur in höchster Vollendung. Der Kloß ist der Inbegriff eines jeden Festtagsschmauses, ganz gleich ob es als Beilage Gans, Ente oder Schweinebraten gibt - Hauptsache „ein Trumm Fleisch, so groß wie ein Abortdeckel", so ein Chronist Anfang des vorigen Jahrhunderts. Das gab es allerdings nur „alle heilige Zeit“, also an den hohen kirchlichen Feiertagen. Aber die großen dampfenden Schüsseln mit den dicken runden Klößen drin standen früher mindestens dreimal die Woche auf dem Tisch in der guten Stube.

Knödel, Klöß, Kniela oder Spotzn?

Mit Gewissheit kann man nach Karl Valentin eigentlich nur behaupten, dass es korrekterweise „Kartoffelnknödeln“ heißen muss, weil ja schließlich nicht nur eine Kartoffel drin ist, sondern ganz viele.

In Bayern gibt es allerdings gar keine Knödel, sondern nur Klöß'. Der Spotzn wiederum ist das Oberpfälzer Nationalgericht, aber darunter versteht der Franke nur ein paar Kilometer weiter schon wieder etwas ganz anderes, nämlich „spucken“. Im Grunde ist es aber immer das gleiche mit den beiden: sie spucken sich gern gegenseitig in die Suppe und triezen sich, wo es nur geht, aber wenn es ums Essen geht, sind sie ein Herz und eine Seele. Nur dass die Spotzn in Franken eben Knie(d)la oder Kleeß (mit weichem K) heißen. Und es gibt doch einen kleinen, aber feinen Unterschied: Der Oberpfälzer packt in seine Knödel noch ein paar geröstete Semmelstückchen hinein, damit der Kloß noch mehr fette Bratensoße aufsaugen kann. Denn das ist letztlich das Geheimnis eines jeden Knödels: dick getränkt schmeckt. er am allerbesten Und so ein Kloß mit Soß gehört ja in Bayern quasi schon zur Babynahrung.

PolitikalsBerufFrüher erwarb man Berufe sozusagen genetisch. Der Sohn ererbte das elterliche Gewerbe oder, wenn der Vater Henker war, wurde der Sohn eben auch Henker. Deswegen ist es manchmal besser, wenn einem die Eltern nichts vererben. Heute gibt es praktisch nur eine einzige Chance, in dieser Gesellschaft aus dem nichts reich zu werden: Die politische Karriere!

Das Bürgermeister-Gen

Politiker ist auf jeden Fall ein kreativer und abwechslungsreicher Beruf für Menschen, die kein Risiko scheuen. Nehmen Sie zum Beispiel die Europa-Politik: Da brauchen Sie keine Vorkenntnisse. Sie tun einfach experimentell mal was in die Runde, weil die bewährten Sachen ja sowieso nicht mehr funktionieren und auch keiner weiß, wie es klappen könnte.

Sie sind nicht ganz auf den Mund gefallen und gehen gerne in die Wirtschaft?

Dann haben Sie absolut das Zeug zum Politiker ‑ das Bürgermeister-Gen. Da kriegen Sie eine Startbahn direkt ins Wohnzimmer und in der Wirtschaft alles für umsonst. Noch besser geht das in der Bundespolitik. Dort dauert die Legislaturperiode nur vier Jahre und manchmal sogar kürzer. Da haben Sie gar nicht mehr groß Zeit, sich um Politik zu kümmern. Aber das machen ja sowieso die Referenten. Die schreiben Ihnen schöne Reden und Konzepte. Das müssen Sie dann nur noch runter lesen. Ob Sie das inhaltlich verstehen oder nicht, ist doch egal. Ist doch ohnehin nur so ein Ritual – wie die Wahlen zum Beispiel:

Sie überlegen ein paar Wochen, welchen von den Männern auf den hübschen bunten Bildchen, die überall in der Stadt hängen, Sie nehmen wollen. Dann endlich, immer sonntags, ziehen Sie sich schön an und gehen feierlich zur Urne. Dort gibt es zwei Hüter der Urne, die aufpassen, dass Sie auch wirklich der sind, der das Kreuz machen darf, und einen Zeremonienmeister, der Ihnen freundlich erklärt, wo sie ihr Kreuz machen müssen und Ihnen nötigenfalls auch schon mal die Hand führt. Dann gehen Sie nach Hause und schalten den Fernseher ein. Da stehen die von den Bildchen dann alle rum und warten. Wenn Sie die vielen roten Köpfe sehen, wissen Sie, dass Sie als Wähler eine enorme Macht haben.

Das ist ein bisschen so wie im antiken Griechenland. Da standen auch überall Statuen rum und Sie konnten sich aussuchen, welcher Gott für Sie zuständig ist. Wenn der nichts taugte, kam die Statue auf den Sperrmüll und man suchte sich einfach eine neue raus.

Man muss den Göttern Opfer bringen, damit Sie einem geneigt bleiben

Früher gingen die Leute dann einfach dorthin und legten ihm was ins Schälchen. In manchen Kulturkreisen ist das heute noch so, nur bei uns ist das ein wenig verpönt. Doch das sitzt so hartnäckig in den Genen, dass die Leute es dann eben heimlich machen. Und wenn es raus kommt, tun alle ganz entrüstet. 

Qualifiziertes Personal händeringend gesucht!

Wenn Sie dann gewählt wurden, müssen Sie zusehen, dass Sie in der kurzen Zeit in so viele Aufsichtsräte wie möglich rein kommen. Wenn Sie es nach vier Jahren auf fünf erkleckliche Pöstchen gebracht haben, liegen Sie verdammt gut im Rennen. Das ist aber ein ganz schöner Stress, bis Sie mal soweit sind. Da brauchen Sie sonst nichts mehr.

Deswegen hört man von den meisten Politikern auch rein gar nichts. Und ein Politiker, der in fünf Aufsichtsräten sitzt, ist doch prima qualifiziert für die Wirtschaft! Das lassen sich die Unternehmen eine ganze Stange Geld kosten, so qualifiziertes Personal.

Warum versuchen Sie es nicht einfach mal selber?

Was die können, können Sie schon lange! Ein paar Posten werden ja demnächst wieder frei. Und die suchen wirklich händeringend gute Leute...

KnoedelBaumwollene, Seidene und Halbseidene…

Viele denken fälschlicherweise, die Bezeichnung hätte irgendwas mit dem Anteil der rohen und gekochten Kartoffeln zu tun. Das ist nicht der Fall. Der Unterschied zwischen den verschiedenen Knödelvariationen ist schnell erklärt: Der Baumwollene ist ein Kloß ganz ohne Kartoffelstärke und wird mancherorts auch „grüner Kloß“ genannt, weil die geriebene Kartoffel durch Oxidation eine grünliche Farbe annimmt. Um das zu verhindern, wird er mit Knödelhilfe verarbeitet. Er sieht sehr viel gröber aus als ein Kloß, dem Stärke zugesetzt wird und wird mit der Menge der verwendeten Kartoffelstärke immer „seidiger“.

Grund-Rezept für Rohe Klöße:

Dabei werden rohe und gekochte Kartoffeln etwa im Verhältnis 2:1 verarbeitet. Die rohen Kartoffeln in eine große Schüssel reiben. Die Flüssigkeit in ein flaches Gefäß abgießen und die Stärke absetzen lassen. Wer keine grünen Klöß mag gibt besser Knödelhilfe zu. Dann die Kartoffeln gut ausdrücken, am besten in einem groben Leinensäckchen. Der Teig darf keinesfalls zu feucht werden. Deswegen gibt man auch die Stärke ohne Flüssigkeit zur Kartoffelmasse.

Die gekochten Kartoffeln mit einer Presse zerkleinern in mit der Masse aus rohem Teig durchkneten und mit Salz abschmecken. Der Teig muss sehr gründlich durchgearbeitet werden, damit die Knödel keine Risse bekommen und sich gut formen lassen.

Die Hände mit kaltem Wasser befeuchten und glatte, kugelrunde Knödel formen. Nach Belieben einige kleine in Butter leicht geröstete Brötchenwürfel hineingeben. Die Knödel vorsichtig in einen großen Topf mit sprudelndem Salzwasser geben und mit Deckel kochen, bis sie an die Oberfläche steigen und sich um sich selbst drehen. Von da an ohne Deckel nur noch leise köchelnd ziehen lassen. Nach insgesamt ca. 20 Minuten Kochzeit mit dem Schaumlöffel heraus nehmen.

Da man den Stärkegehalt der Kartoffeln meist nicht kennt, empfiehlt es sich immer, vorab einen kleinen Probeknödel zu kochen. Wenn er zerfällt oder nach dem Aufsteigen geschrumpft ist, enthält der Teig zu wenig Bindemittel. Man gibt also noch etwas Stärke zu.

Grund-Rezept für Gekochte Klöße:

Geschälte Kartoffeln pressen, auf ein Kilo jeweils zwei Eier und zwei EL Mehl als „Kleister“ in den möglichst heißen Teig geben, gut durchkneten, Klöße formen und wie zuvor kochen.

Knödel mit dem Messer schneiden…

geht in Bayern gar nicht! Und zwar nicht etwa deswegen, weil die Messer davon anlaufen, wenn sie mit dem Schwefel reagieren, da heutzutage meistens kein Silber mehr im Besteck enthalten ist. Trotzdem muss sich ein Zugereister, der auf dem Kloß mit dem Messer herumsäbelt, immer noch missbilligende Blicke gefallen lassen. Hinter der althergebrachten Sitte, den Kloß mit der Gabel zu zerteilen, steckt nämlich System: eine grobe Struktur hat eine größere Oberfläche und nimmt so die gute Soße einfach besser auf als eine glatte. Und dabei entwickelt jeder mit der Zeit seine individuell ausgefeilte Technik, zum Beispiel indem er das abgerissene Stück mit der Gabel so eindrückt, dass es Rillen - und damit eine noch größere Oberfläche zum Ansaugen von Flüssigkeit - bekommt.

The EndSie erinnern sich vielleicht dunkel? 1999 auf 2000? Bei diesem spektakulären Beinahe-Weltuntergang waren viele von uns live dabei: Ein bisschen peinlich ist es im Nachhinein schon. Wie erklärt man das den Kindern, wenn die das nachher im Internet lesen?

Zwar glaubte keiner von uns so recht daran, dass die Raumstation MIR wirklich auf die Erde stürzen und die Eifel explodieren würde, aber die Theorie, dass mit der Umstellung der Computer von der 99 auf die 00 unvorstellbare Katastrophen eintreten könnten, war so weit verbreitet, dass es auch für nicht allzu abergläubische Menschen gar nicht so einfach war, sich dem schaurigen Grusel zu entziehen. Und was ist passiert? Nichts. Einfach rein gar nichts. Irgendwie auch schade. Wieder eine Chance auf eine echte Sensation verpasst.

Wenn ein Weltuntergang in die Geschichte eingeht, war er nicht erfolgreich

Das war das bedauerlichere Schicksal aller bisherigen Weltuntergänge. Der 21.12.2012 war sozusagen der Weltuntergang unter den Weltuntergängen schlechthin. Der, der eigentlich sämtliche bisher dagewesenen apokalyptischen Rekorde toppen sollte. Mit Sonnenstürmen, Vulkanausbrüchen, Erdbeben, Polsprüngen und allem, was dazu gehört. Ein spitzenmäßig inszenierter Endzeit-Blockbuster in wirklich.

Aber auch da gab es wieder nur zwei Möglichkeiten: Hätte er tatsächlich stattgefunden, so hätte das nachher auch keinen mehr interessiert. Weil ja die Welt dann komplett untergegangen wäre. Sonst wäre es ja kein Weltuntergang gewesen. Es war auch keiner. Also haben wir einfach wieder Weihnachten gefeiert. Wie immer. Obwohl einem dann schon irgendwie etwas fehlt. Schließlich hat man nicht alle Jahre die Gelegenheit, einen so sensationellen Weltuntergang zu erleben. Rasputin, der berühmte russische Zarenflüsterer, der mit seinen Vorhersagen ebenso daneben lag wie mit seinen Heilkünsten, hatte den nächsten für 2013 prognostiziert. Und wieder nichts...

Die nächsten Termine stehen schon

Da ist es zumindest ein kleiner Trost, dass der Termin für den nächsten Weltuntergang auch schon steht: 2019. Nostradamus und Alois Irlmaier prophezeihen den Ausbruch eines Dritten Weltkrieges. Ungefähr im August. Nachdem es die meistzitierten Weltuntergangsvorhersager der Welt allerdings nie so genau mit den Datumsangaben genommen haben, könnte das Ereignis auch etwas länger dauern.

Spannend wird es auf jeden Fall noch einmal im Jahr 2038. Da endet nämlich die Computerzeitrechnung, denn die ist tatsächlich endlich und wenn die Zeit abgelaufen ist, springen die Zahlen einfach wieder auf null. Die fatale Folge: Was auch immer auf Computertechnik basiert, also 2038 so ziemlich alles oder gar nichts mehr, klinkt sich aus. Das könnte wirklich eine richtige echte Katastrophe verursachen, wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen schon heute nicht mehr ohne WLAN funktionieren.

Gänsehaut, Grusel und Gurus

Die bisherigen Prognosen für den Weltuntergang waren also nicht gerade zuverlässig. Nur auf eines kann man sich dabei 100prozentig verlassen, nämlich darauf, dass es bis zum realen und finalen, also zum echten, tatsächlichen und wirklichen Weltuntergang noch jede Menge neue Prophezeiungen geben wird. Warum? Weil Menschen Gänsehaut und Grusel lieben, das Angstprickeln und die schönen Schauder, die einem solche Geschichten den Rücken herunter jagen. Und sie lieben Gurus, Propheten, und sonstige Superhelden. Weil die so genau wissen, wo es lang geht. Im Gegensatz zu Politikern zum Beispiel.

Apropos - gibts noch etwas, das sie vor den Weltuntergang erledigen wollten? Hier geht es zum Beitrag Sieben Dinge, die ich vor dem Weltuntergang gerne noch tun möchte