Aktuell

Oesterreichischer Praeventionskongress 2020 Respekt. Unser gemeinsamer Beitrag für eine verbindende Zukunft.

Österreichischer Präventionskongress 2020 - 16. bis 19. November 2020 (Online-Kongress)

Programm

Referenten

Anmeldung

Kontakt: Günther Ebenschweiger, Österreichisches Zentrum für Kriminalprävention, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, +43(0)676 / 4 25 4 25 4

Sprache und Respekt - mein Vortrag zum Kongress (Skript in Kürze online abrufbar):

1. Respekt

  • Respekt und Sprache

  • Respekt im nonverbalen Bereich

  • Auf Worte folgen Taten

2. Erziehung zum Respekt

  • Erziehung zum Respekt von Anfang an

  • Lernen am Modell

  • Autorität und Hierarchie

  • Bewusstseinsbildung durch Sprache

  • Sprache erzeugt Bilder

  • Sprache ist nicht neutral, Menschen nicht rational

3. Jugendsprache - Gratwanderung zwischen Schlagfertigkeit und Respektlosigkeit

  • Jugendliche und die Grenzen des Respekts

  • Wann ist Sprache respektlos?

  • Zwischen Provokation und Abwertung

  • Problematische Vorbilder

  • Respektlosigkeit im Rap - Tabubruch als Stilmittel

  • Verbote verpuffen

  • Stellung beziehen!

4. Kommunikation im Internet

  • Gelten im Internet andere Umgangsformen?

  • Neue Lockerheit oder einfach nur Respektlosigkeit?

  • Hate Speech

  • Hate Speech auf sozialen Netzwerken

5. Respektlosigkeit, Verrohung, Spaltung der Gesellschaft durch Populismus

  • Verrohung durch Populismus – Thema Zuwanderung

  • Zuwanderung - ideologische Steilvorlage für Populisten

  • Respektlosigkeit, Verrohung, Gewalt

6. Respekt und Toleranz

  • Was Toleranz bedeutet und was nicht...

  • Respekt und Toleranz – Abgrenzung der Begriffe

7. Der Verrohung gemeinsam entgegentreten – aktiv!

  • Werte, Kultur, Vision - was die Gesellschaft im innersten zusammenhält

  • Counter Speech – die Kunst der Gegenrede

  • Fazit: Respektloser Sprache aktiv entgegentreten!

8. Praxisforum: Respektvolle Kommunikation

  • Empathie

  • Wie entstehen Konflikte?

  • Giraffensprache – Wolfssprache

  • Grundmodell der GFK

  • Praxis-Training respektvolle Sprache

  • Ein Streit mit vielen Ebenen - die vier Schritte nach Rosenberg an einem konkreten Beispiel

  • Griraffentanz – Rollenspiel respektvolle Kommunikation

fcn Nuernberg ClubDer Franke ist kein Bayer - eine kleine Charakteristik der fränkischen Wesensart

Der Franke ist kein Bayer. Er war nie einer und wird auch keiner. Das wird für jeden Außenstehenden sofort klar, wenn der Glubb gegen die Bayern spielt. Der Franke ist ja im Grunde ein freundlicher und friedlicher Zeitgenosse - a Gouda halt. Aber gegen die Bayern lässt er die Sau raus und foult, was das Zeug hält. Er hat in seiner Geschichte schon viel Schmach hinnehmen müssen, aber dass ihn die Bayern annektiert haben, wird er denen niemals verzeihen! Wenn sich die Franken untereinander über irgendwas einig sind, dann darüber, dass sie partout nix anderes sein wollen als Franken. Wir Oberpfälzer unterstützen die fränkische Separationsbewegung. Weil wir es lustig finden, wenn sich die Franken und die Altbayern gegenseitig den Schädel einschlagen.

Frank und frei - bis die Bayern kamen...

Das Herzogtum Franken war einst mächtig und wichtig. Aber nur ganz kurz. Das war vor über tausend Jahren. Damals, als die Franken noch die Freien und Kühnen waren und Nürnberg das Machtzentrum des Abendlandes. Davon zehren die Franken noch heute. Sie waren damals sogar so frei, dass jeder fränkische Stamm hartnäckig auf seiner Eigenständigkeit beharrte. Deswegen konnten sie sich nie auf einen gemeinsamen Staat einigen. Ein ziemlich eigensinniger Haufen eben.

Dass sie einst hätten so richtig mächtig sein können, es aber nicht auf die Reihe gekriegt haben - daran leidet die fränkische Volksseele bis heute. Wo sie doch im Grunde der Ursprung Deutschlands und sogar des modernen Europas gewesen sind. Gegen Ende des Mittelalters schlummerte das gemütliche Völkchen der Franken allerdings in einem tiefen Dornröschenschlaf. Dann kamen ausgerechnet die Schenkelklopfer und Lodenträger und küssten es wach. Mit Obrigkeiten hatte der Franke ja schon immer seine Probleme. Aber seither kann er sich wenigstens immer dann, wenn es drauf ankommt, auf die Unterdrückung durch die Besatzer berufen. Er wüsste nämlich schon, wie man es macht, aber die Bayern lassen ihn ja nie. Die sind eh an allem schuld, was schief läuft. Irgendwann werden die anderen das auch verstehen.

Die Welt ist einfach unfair zu den Franken

Der Franke gefällt sich in der Rolle des aufmümpfigen Rebellen, der eigentlich immer unterschätzt wird und als ein wenig tölpelig gilt. Er könnte nämlich schon, wenn er nur wollte. Aber wozu? Überhaupt ist ja nicht alles ganz schlecht, was die Altbayern so treiben. Und mit den Oberpfälzern hat er ja einen altbayerischen Stamm vor seinen Toren, dem es nicht wirklich besser geht. Ja, uns Oberpfälzern wenigstens kann sich der Franke überlegen fühlen. Leider zu recht. Aber nur wirtschaftlich. Im Grunde ist Franken nämlich ein schlafender, kleiner Riese. Fragt sich nur, wann er endlich aufwacht…

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Fraenkische FlaggeFränkisch für Anfänger II

Grundkenntnisse Fränkisch

Haben Sie schon mal einem Franken zugehört, der sich redlich bemüht, Hochdeutsch zu sprechen? Das hört sich fast noch lustiger an, als ein Franke, der gepflegt fränkisch spricht. Unser Markus Söder zum Beispiel. Oder Lothar Matthäus. Der Lodda. Weil der Franke nämlich auch im Hochdeutschen keine harten Konsonanten sprechen kann und sie tann aper kanz pesonters petont. Das ist die so genannte fränkische Hyperkorrektion.

Fränkisches L mit Lallhilfe

Fränkisch zu lernen ist aber auch wirklich nicht einfach. Das liegt wie gesagt vor allem daran, dass es das eine fränkisch gar nicht gibt. Das Fränkische an sich. Aber es gibt einige Grundregeln. Mit deren Hilfe kannst du dich in weiten Teilen Frankens mühelos verständigen. Lockere zunächst deine Zunge und übe das Lallen der Laute. Nötigenfalls unter Zuhilfenahme einschlägiger fränkischer Lallhilfen (a Seidla oder an Schobbn). Und nicht vergessen: Immer den ganzen Mund voll „L“ nehmen! Und zwar das tiefer gelegte L, das auch im nüchternen Zustand immer leicht alkoholisiert klingt. Dann noch die Silben schlucken und das „R“ vorne im Gaumen rollen wie zum Beispiel in „Horrrch amalll!“

Sprechen Sie einfach alles butterweich aus: „T“ wie Deodor, „P“ wie Babba und „K“ wie Glubb. Die Sprachbegabten unter Ihnen können sich jetzt schon mal an folgendem Satz versuchen: „Da Babba dringd an Dee.“ (Der Papa trinkt einen Tee) Was natürlich wieder eine dieser klassischen Duden-Fehlkonstruktionen ist, dafür aber pädagogisch wertvoll. Weil da Babba dringd kan Dee, sondern a Seidla oder an Schobbn.

Wenn du die Grundzüge soweit verinnerlicht hast können wir zur erweiterten Technik übergehen. Widmen wir uns den Ausnahmen: Urplötzlich und unvermutet tauchen im Fränkischen nach einer vollkommen unergründlichen Logik harte Laute auf und zwar mit Vorliebe dort, wo sie keiner vermuten würde. Zum Beispiel in „Senft“. (Senf) Alles andere sind Feinheiten. Und die kommen im wirklichen Leben eines Franken sowieso praktisch nie vor.

Links:

Dialektatlas Fränkisch

Deutsche Welle Landeskunde Fränkisch

Die Franken und ihr Dialekt

Wei schreib´in fo Oofang oo a gschaids frängghisch? (auf eine Übersetzung wurde aus nachvollziehbaren Gründen verzichtet – no dransläischon available)

Fraenkisch fuer AnfaengerFränkische Sprache für Anfänger 

Der Franke ist von Natur aus komprimiert, seine Sprache ist prägnant und kompakt. Er reduziert den gesprochenen Text auf das Wesentliche ein wie die Soß‘ zum Kloß. Der Bayer schwadroniert wortreich herum, nur um zu sagen, dass er dir nicht ganz folgen kann. Der Franke kommentiert die Situation lapidar mit: „Su a Gschmarri!“ (So ein Blödsinn!). Das ist nicht etwa grob beleidigend gemeint, wie der unbedarfte Zugereiste in seiner Unkenntnis der fränkischen Wesensart leicht annehmen könnte. Es ist lediglich eine präzise Feststellung offensichtlicher Tatsachen.

Der ideologische Unterbau der fränkischen Sprache

Da ist der Franke staubtrocken. Er verfällt angesichts eines wirklich tragischen Ereignisses nicht in hysterisches Gezeter, sondern quittiert jede noch so fatale Situation schlicht mit einem stoischen „bled gloffn!“ (blöd gelaufen). Er bricht auch nicht in einen enthusiastischen Freudentaumel aus, wenn er im Lotto gewinnt. Drei Millionen? Bassd scho! Letzteres ist gewissermaßen der Inbegriff seiner allgegenwärtigen philosophischen Skepsis. Dem Leben gegenüber. Im Allgemeinen, überhaupt, insbesondere und generell. Drei Millionen sind eben a ned verkäiard (nicht verkehrt).

Der ideologische Unterbau ist eminent wichtig für das Verständnis des Klangbildes: Immer etwas grantig, mumpfelig und barsch. Auf gar keinen Fall aber auch nur ein ganz kleines bisschen zu positiv oder am Ende vielleicht sogar euphorisch.

Fränkisch, praktisch, gut

Komplizierte verbale Verrenkungen sind nicht seine Welt. Der rheinländische Dienstleister würde sich für einen überfälligen Termin in landestypisch sinnfreier Umständlichkeit folgendermaßen entschuldigen: „Das habe ich gestern schon getan haben wollen.“ Der Franke wird Ihnen auf eine entsprechende Nachfrage nur mit einem verständnislosen „Hä?“ begegnen.

Termine? Vage Orientierungshilfen. Im Zweifelsfall: „Glei.“ Gleich. Bedeutet in etwa: Heute, morgen oder in einer Woche. Ist aber aus fränkischer Sicht eine präzise Ansage. Eine verbindliche Zusage. Gleichzeitig Ausdruck überaus gewählter Umgangsformen.

Verein zur Rettung von dem Genetiv

Die Franken selbst sind mächtig stolz auf ihren Dialekt. Warum auch immer. Vielleicht weil sie so viele davon haben? Es ist nämlich immer das gleiche mit den Franken: Sie sind sich untereinander über gar nichts einig. Selbst bei der Sprache gibt es unüberbrückbare Differenzen. Die einzige Gemeinsamkeit besteht allenfalls darin, dass alle Franken Mitglied im Verein zur Rettung von dem Genetiv sind. Ansonsten macht jede Region ihr eigenes Ding. Deswegen hat auch jedes Kafferndorf seinen eigenen Dialekt. Sogar in der Nürnberger Nordstadt wird anders gesprochen als im Süden. Und in Fürth sowieso.

Die Nürnberger sind Oberpfälzer!

Aus dem Madla (Mädchen) wird schon zwei Kilometer weiter ein Madle. Oder ein Madli. Da ist der Franke eigen. Dem Zugereisten erschließt sich die Logik nicht. Das ist gewollt. Schließlich haben ihnen die bösen Bayern damals die Freiheit genommen. Deswegen ist der Franke bis heute arg misstrauisch gegenüber potenziellen Übergriffen. Und sei es nur verbal. Wegnehmen lässt er sich jedenfalls nix mehr.

Einen Identitäts-Diebstahl unerhörten Ausmaßes beging jüngst auch die Universität Erlangen-Nürnberg. Der Dialektforscher Alexander Mang stellte nämlich fest: "Wenn man sich den Nürnberger Dialekt genau anschaut, kann man ungefähr genauso viele fränkische wie oberpfälzische Merkmale ausmachen". Die Nürnberger sind also demnach mindestens halbe Oberpfälzer. Tja, liebe Franken - bled gloffn!

ApfelstrudelKirchweihkuchen oder Schmierkuchen

Schnell und einfach zubereitet ist auch der Schmierkuchen, der hauptsächlich zur Kirchweih gebacken wird. Er ist zudem reich an Variationen - eine köstlicher als die andere. Dazu wird der gut aufgegangene Hefeteig dünn ausgerollt und wie Pizzateig auf dem Backblech verteilt. Dann wird eine Schmier darauf gestrichen.

Einfache Grieß-Schmier

  • 1 Liter Milch
  • 100 g Butter
  • 150 g Zucker
  • 130 g Grieß

Milch, Butter und Zucker im Topf zum Kochen bringen. Grieß darunter rühren und abkühlen lassen bis die Masse fest wird. Vor dem Aufschmieren mit einem guten Schuss Rum noch einmal aufrühren. Danach in Rum getränkte Rosinen darauf verteilen. Die satte Gelbtönung bekommt die Schmier heute meistens durch Lebensmittelfarbe, aber es geht auch mit Eigelb oder ein wenig Safran.

Äpfel gibt es in der Oberpfalz im Überfluss. Sie hielten sich früher in den eiskalten Kellern meist bis ins Frühjahr hinein. Deswegen haben die Oberpfälzer eine ganze Menge Süßspeisen erfunden, um die leckeren Früchtchen mit Stil und Butzen zu verwerten: Gelee zum Beispiel, Saft, Kompott, eine Schmier für den Kirchweihkuchen und den Apfelstrudel.

Rezept für Oberpfälzer Apfelstrudel

4 – 5 Äpfel hobeln, 2 EL Zucker, 2 TL Zimt und eine Handvoll Rosinen dazugeben, ziehen lassen.

  • 250 g Mehl
  • 2 Eier
  • 1Schuss Öl
  • 1 Prise Salz
  • ein wenig lauwarmes Wasser.

Alle Zutaten werden kräftig durchgeknetet, ausgewalkt und so fein gezogen, bis der Teig fast durchsichtig ist. Dann vorsichtig die Äpfel darin einrollen und den Teig in Lagen in die Backform schichten. Bei 180° 30 Minuten backen. Wenn der Strudel in der Röhre Farbe annimmt, noch ein wenig Milch darauf geben. Den fertig gebackenen Apfelstrudel mit Zimt und Zucker bestäuben und mit Milch, Vanillesoße oder Sahne auf der Zunge zergehen lassen.

Hollerköichla (Holunderkücherln)

Leider blüht die Holunderblüte nur so kurz, denn das Hollerkoichl hat das Zeug zum echten Gourmetschmaus. Die Blüten entfalten ihr volles Aroma, kurz bevor sie sich gelblich verfärben. Dann sind sie fast schon überreif. Sie werden säuberlich mit dem Grünzeug abgeschnitten, in einen dicken Pfannkuchen-Teig getunkt und in heißem Fett goldgelb herausgebacken. Vor dem Servieren wird der Strunk mit einer Schere abgeschnitten. Ein wenig Zimtzucker betont den feinen Holunder-Geschmack. Ansonsten sollte man die knusperigen und lecker duftenden Koichln ohne jeden weiteren Schnick-Schnack verspeisen…

Rohrnudeln, BuchtelnRohrnudeln, Hefeknödel, Buchteln

Zuckrig Süßes traf man in der Oberpfalz nur selten an. Zucker war lange Zeit ein teueres Vergnügen. Er ist daher in den Original-Rezepten meist nur in geringen Mengen enthalten. Wir Oberpfälzer sind keine Süßen. Selbst der Hefeteig für süßes Backwerk kommt mit sehr wenig Zucker aus. Was durchaus Vorteile hat: Die Leckereien werden nicht ganz so mächtig. Man kann ganze Berge davon verschlingen. Fast ohne Reue. Üppig Verwendung findet alles, was man aus eigener Herstellung beisteuern konnte oder was die regionale Landwirtschaft günstig produzierte: Mehl, Milch und Quark, Eier, Butter oder Schmalz.

Die süßen Seiten des Fastengebotes

Reich gesegnet war die schwer katholische Oberpfalz mit den allgegenwärtigen Erdäpfeln und mit Fasttagen. An denen durften auf gar keinen Fall Fleischspeisen konsumiert werden. Also kam jeden Freitag eine leckere Mehlspeise auf den Tisch. Da waren wir als Kinder über den Fleisch-Verzicht gar nicht traurig.

Hefeknödel mit dicker Vanillesoße

Rohrnudeln, Hefeknödel, Buchteln, das sind nur die regional unterschiedlichen Bezeichnungen für ein und dasselbe Gericht. Rohrnudeln sind im Grunde schnell und einfach zubereitet. Voraus gesetzt, man beherrscht den Hefe-Grundteig. Das ist sozusagen die Rohmasse für die allermeisten oberpfälzischen Leckereien. Die Zubereitung ist so simpel, dass es schon mit dem Teufel zugehen müsste, wenn er nicht gelingt. Das Geheimnis liegt allein in der Zeit: Man muss nur dem Teig lange genug gehen lassen.

Hefe-Grundteig

  • 500 g Mehl
  • 30 g Zucker
  • 2 Eier
  • 1 P. Hefe
  • ¼ Liter lauwarme Milch
  • 1 Prise Salz

Alle Zutaten mindestens 10 Minuten lang zu einem geschmeidigen Teig kneten. Schüssel mit einem mit einem Tuch abdecken. Mindestens eine Stunde bei Zimmertemperatur gehen lassen.

Rohrnudeln

  • Hefe-Grundteig mit mehligen Händen zu runden Bällchen formen,
  • in ca. 50 g geschmolzene Butter tunken,
  • in eine Form geben und
  • je nach Backofen etwa 20 Minuten bei ca. 180° backen.

Nach der halben Backzeit die restliche Butter, ggf. auch ein bisschen Milch und Zucker darüber geben und fertig backen. Für die dicke Vanillesoße kocht man einfach Vanille-Pudding nach Vorschrift und verdünnt die Masse mit Milch, bis sie etwas flüssig ist.

MaenleinlaufenBassd fei scho – philosophische Betrachtungen zur bayerischen Mundart

Dreiviertel zwölf? Bassd scho...

Die Nürnberger zerbrechen sich eher selten den Kopf darüber, warum die Touristen schon um Dreiviertel zwölf vor der Frauenkirche auf das Männleinlaufen warten und nicht erst um Viertel vor zwölf. Dreiviertel zwölf? Bassd scho. Der des fränkischen nicht mächtige Tourist aus dem Norden dagegen verzweifelt mitunter an solchen einfachen Dingen. Dabei kann es fei sehr philosophisch sein, sich ausführlicher mit der tieferen Bedeutung einiger typischer Begriffe zu befassen:

Wenn der Bayer „fei" sagt, meint er das wirklich

Das kleine Wörtchen „fei" gibt nicht nur in Franken sondern fei auch in der Oberpfalz. Genau genommen in weiten Teilen Bayerns. Ein „Fei" vermag nur der wirklich fehlerfrei einzusetzen, der es mit der Muttermilch aufgesogen hat. Man würde dem „fei" nämlich arg unrecht tun, wenn man es einfach als „Füllsel" abtäte. So ein wohl gesetztes „fei" ist im süddeutschen Sprachgebrauch von essentieller Bedeutung: Es verstärkt das Gesagte noch einmal nachdrücklich. Der Sprecher insistiert auf seinem Standpunkt. Er verleiht ihm nachhaltige Durchdringlichkeit bis hin zur aggressiven Behauptung einer Tatsache. Deren Wesensgehalt hat das Gegenüber gefälligst unwidersprochen hinzunehmen.

Ein „fei" sollte den Gesprächspartner immer hellhörig machen. Es ist sozusagen ein dezenter Hinweis darauf, dass der Watschenbaum bei Nichtbeachtung schon mal umfallen kann. Weil es ein gewaltiger Unterschied ist, ob der Bayer sagt: „Das darf man nicht!" oder „Das darf man fei nicht!" Ersteres bedeutet: Das musste zwar mal gesagt werden, aber es handelt sich dabei keineswegs um ein ehernes Gesetz. Man darf es schon, es braucht nur keiner zu erfahren.

Letzteres aber bedeutet: Das darf man überhaupt gar nicht. Auf gar keinen Fall. No Go. Streng verboten. Ansonsten Watschen.

Bassd scho - das Dao der Franken

Das fränkische „bassd scho" ist ein äußerst facettenreicher Begriff. Es bedürfte einer umfangreichen sprachwissenschaftlichen Abhandlung, um die Nuancen fein säuberlich herauszuarbeiten. „Bassd scho" ist erst einmal die in jeder Lebenslage korrekte Antwort auf die Frage: „Wie geht's?"

Bassd scho" hat eine Bandbreite von „blendend" bis „hundsmiserabel". Im Geschäftsleben zum Beispiel kann die Antwort „bassd scho" bedeuten, dass der Betreffende kurz vor dem Ruin steht, aber auch, dass er im laufenden Geschäftsjahr alle Umsatzrekorde bricht. Da lässt sich der Franke nicht so gerne in die Karten schauen.

Auch wenn sich einer bei ihm entschuldigt macht der Franke nicht viel Aufhebens darum sondern quittiert dies mit einem kargen „bassd scho". Die tiefere Bedeutung kann je nach Kontext von „nicht so schlimm" bis hin zu „verpiss dich" reichen. Wird er nach seiner Meinung gefragt, zum Beispiel ein neues Kunstwerk in der Stadt betreffend, kann das „bassd scho" ein großes Kompliment sein, aber auch eine alles vernichtende Kritik. „Bassd scho" ist schlicht ein Ausdruck des höchsten Enthusiasmus, zu dem der Mittelfranke fähig ist. Andererseits aber auch der Inbegriff absolut maximaler Verachtung.

Auch der Zugereiste entdeckt früher oder später die Weisheit, die einem kernigen „bassd scho" inne wohnt. Es hat so was unglaublich Gemittetes: Geht in Ordnung. Oder auch nicht. Yin und Yang eben. Das ist das Dao der Franken. Und alles ist gut.

Oleg PopovOleg Popov - der Sonnenclown wird 90

Oleg Popov (1930 - 2016) lebte viele Jahre mit seiner deutschen Frau Gabriela in Egloffstein. Man nannte ihn den „Sonnenclown“ – wegen seiner wohl bekanntesten Zirkus-Nummer, bei der er einen Sonnenstrahl einfängt und aufgrund seiner charismatischen Ausstrahlung. Am 31. Juli würde Oleg Popov 90 Jahre alt. Für mich war es eine große Ehre und ein ganz besonderes Vergnügen, dass ich 2009 für die Nürnberger Nachrichten ein Interview mit ihm führen durfte. Hier einige Auszüge:

Herr Popov, wollten Sie schon immer Clown werden?

Oleg Popov: Als Kind habe ich die Charlie-Chaplin-Filme gesehen und ich wollte so sein wie er. Ich habe es mir immer gewünscht, aber ich habe nie gedacht, dass ich wirklich Clown werden würde.

Wie wird man Clown?

Oleg Popov: In Russland gibt es professionelle Schulen, an denen man den Beruf des Clowns erlernen kann. Bei mir war es aber etwas anders. Ich ging von 1944 bis 1950 zur Zirkusschule und war zuerst Seiltänzer. Ich hatte eine Nummer zusammen mit einem Partner einstudiert, der bei den Proben leider schwer verunglückte. Danach stand ich alleine da und durch diesen unglücklichen Umstand bin ich Clown geworden.

Ist Clown ein Beruf mit Zukunft?

Oleg Popov: Clowns wird es so lange geben, wie die Sonne scheint!

Sie sind der berühmteste Clown der Welt – gibt es überhaupt Länder, in denen Sie noch nicht aufgetreten sind?

Oleg Popov: In der Antarktis... Nein, im Ernst - in Indien und China bin ich noch nie aufgetreten, aber sonst schon überall.

Gibt es beim Zirkuspublikum nationale Unterschiede?

Oleg Popov: Das Publikum, das in den Zirkus kommt, um sich die Vorstellung anzuschauen, ist in der ganzen Welt gleich, aber jedes Volk hat seinen eigenen Charakter, ein anderes Temperament. Wenn man in Italien auftritt, kann es sein, dass man mit „Hurra“ empfangen wird, in Skandinavien sind die Menschen eher etwas ruhiger. In Deutschland gibt es sehr viele Zirkusse, die Menschen mögen den Zirkus sehr und es ist ein sehr professionelles Publikum, sie wissen sehr viel und sie lieben den Zirkus. In Russland ist das ähnlich.

Wo fühlen Sie sich zu Hause?

Oleg Popov: Mein Haus ist hier, aber mein Leben spielt sich überwiegend im Zirkus ab und wo das Zirkuszelt steht, bin ich zu Hause - das kann jeder Ort auf der Welt sein.

Haben Sie eine Lebensphilosophie für unsere Leser?

Oleg Popov: Ich wünsche den Lesern, dass in ihren Gesichtern öfter ein Lächeln zu sehen ist, als ein ernster Gesichtsausdruck. Man sollte sich am Leben freuen, die Tiere lieben, die Natur behüten und die Luft rein halten – denn die müssen wir atmen.

charlie chaplinAls ich begann mich selbst zu lieben

Charlie Chaplin (1889-1977) soll dieses Gedicht verfasst und an seinem 70. Geburtstag (16.04.1959) vorgetragen haben. Das zumindest wird immer wieder behauptet, entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Das Original stammt aus der Feder der amerikanischen Autorin Kim McMillen (1944 – 1996):

Als ich begann mich selbst zu lieben, erkannte ich, dass Schmerz und emotionales Leid nur Warnzeichen dafür sind, dass ich dabei war gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich, das ist Authentizität.

Als ich begann mich selbst zu lieben, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden verletzen kann, wenn ich versuche ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war und die Person nicht bereit dafür war, obgleich ich selbst diese Person war. Heute nenne ich es Selbstachtung.

Als ich begann mich selbst zu lieben, habe ich aufgehört, nach einem anderen Leben zu verlangen, und konnte sehen, dass alles, was mich umgab, mich einlud zu wachsen. Heute nenne ich es Reife.

Als ich begann mich selbst zu lieben, habe ich verstanden, dass ich in jeder Lebenslage, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und alles geschieht im absolut richtigen Moment. Also konnte ich ruhig sein. Heute nenne ich es Selbstvertrauen.

Als ich begann mich selbst zu lieben, hörte ich auf, mir meine eigene Zeit zu stehlen und ich hörte auf, riesige Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Wonne und Freude bereitet; Dinge, die ich liebe und die mein Herz zum Lachen bringen. Und ich tue sie auf meine eigene Art und Weise und in meinem eigenen Rhythmus. Heute nenne ich es Einfachheit.

Als ich begann mich selbst zu lieben, befreite ich mich von allem, was nicht gut für meine Gesundheit ist, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich hinunter zog und weg von mir selbst. Anfangs nannte ich diese Haltung gesunden Egoismus. Heute weiß ich, es ist Selbstliebe.

Als ich begann mich selbst zu lieben, hörte ich auf, zu versuchen immer recht zu haben, und seit dem habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich entdeckt, das ist Bescheidenheit.

Als ich begann mich selbst zu lieben, weigerte ich mich weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um die Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur für den gegenwärtigen Moment, in dem alles geschieht. Heute lebe ich jeden einzelnen Tag, Tag um Tag, und ich nenne es Erfüllung.

Als ich begann mich selbst zu lieben, da erkannte ich, dass mich mein Verstand durcheinanderbringen und krank machen kann. Aber als ich ihn mit meinem Herzen verband, wurde mein Verstand zu einem wertvollen Verbündeten. Heute nenne ich diese Verbindung Weisheit des Herzens.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten oder irgendwelcher Art Probleme mit uns selbst oder anderen zu fürchten. Sogar Sterne kollidieren und aus ihrem Zusammenprall werden neue Welten geboren. Heute weiß ich: Das ist das Leben!

RaumschiffGibt es intelligentes Leben auf der Erde?

Unter den Wissenschaftler des Planeten Y12 herrscht ein erbitterter Streit: Gibt es intelligentes Leben auf der Erde oder nicht? Nach langem hin und her beschließt man, ein Raumschiff zu entsenden. Es soll die Lebensformen auf der Erde untersuchen.

Die Forscher stellen fest, dass die Erdlinge einen ungeheuerlichen Aufwand bei der Produktion von Lebensmitteln betreiben. Bei der Produktion, aber merkwürdigerweise auch bei der Vernichtung von Lebensmitteln. Sie beobachten, dass die Erdlinge ihr Essen unermüdlich auf dem ganzen Planeten hin und her transportieren. Tagein, tagaus. Mit Schiffen, Flugzeugen, Lastwägen und Mülltransportern.

Die Forscher vom Planeten Y12 sind verwirrt. Warum verschleudern die Erdlinge so viele kostbare Ressourcen wie Wasser und Energie? Warum kippen sie Gift auf ihre Felder? Wozu in aller Welt produzieren sie tonnenweise Treibhausgase? Und das alles nur, um anschließend unglaublich viel Zeit, Energie und Aufwand in die Reparatur ihres Planeten zu investieren?

Lastwägen befördern Lebensmittel von der Produktionsstätte in große Lager. Dort wird es bis zum täglichen Abtransport durch Müllfahrzeuge in Regalen aufgebahrt. Die Erdlinge laufen ziellos durch die Lager und nehmen dann einige wenige Produkte mit. Aber nach welchen Kriterien? Die Forscher stehen vor großen Rätseln.

Abends werden die Lager geschlossen. Das Lebensmittel ist dann kein Lebensmittel mehr, sondern Abfall. Obwohl es nach eingehenden Untersuchungen der Forscher vom Planeten Y112 eindeutig für essbar und qualitativ hochwertig befunden wurde. Es ist selbst dann Abfall, wenn es erst fünf Minuten vor der Schließung frisch hergestellt wurde.

Nach den Berechnungen der Forscher werden auf diese Weise in einer mittelgroßen Ansiedlung von Erdlingen etwa so viele Lebensmittel vernichtet, wie in einer kleinen Ansiedlung konsumiert werden. Tag für Tag. Die Forscher vermuten, es könnte sich dabei um religiöse Opferrituale handeln. Anders können sie sich das Verhalten der Erdlinge nicht erklären. Warum werden Lebensmittel in einer Ansiedlung weggeworfen, obwohl die andere gar keine hat? Warum bringen die Erdlinge die Nahrung nicht einfach in jene Ansiedlungen, in denen Menschen verhungern?

Die Forscher vom Planeten Y112 reisen ab. Sie schließen die Akte „Erde“. In ihrem Abschlussbericht steht:

„Eine Lebensform, die nicht mit Lebensmitteln umgehen kann, kann unmöglich intelligent genug sein, um zu überleben.“

Das war soweit nichts Neues für die Forscher auf Y12. Lebensformen kommen und gehen. Und so brachen sie wieder auf in die unendlichen Weiten des Universums, um neue Welten zu erforschen.

WasserCorona und die Ärmsten der Armen: Kein Wasser – keine Hygiene

Der Wasserverbrauch weltweit pro Jahr liegt bei etwas über 4 000 000 000 000 000 Liter. Die Grenze der nachhaltigen Nutzung überschreiten wir regelmäßig Anfang August. Im Jahr 2020 vermutlich etwas später, weil mit der Corona-Pandemie die Produktion weltweit einbrach.

7 800 000 000 Menschen zählt die Welt derzeit. Es sollte also genug für alle da sein. Rein rechnerisch stehen jedem gut 500 Kubikmeter zu. Leider ist es faktisch etwas komplizierter:

85 Prozent der Menschen leben in den trockensten Gebieten unseres Planeten. In Afrika müssen viele mit 20 Litern Wasser am Tag auskommen. Nur für die Ernährung und um Krankheiten durch Hygiene zu vermeiden braucht man ungefähr 50 Liter am Tag.

Nur zum Vergleich: 120 Liter Wasser verbraucht jeder Deutsche pro Kopf und Tag. Wir planschen im Pool, waschen unsere Autos und spielen Golf. Bei uns rauschen täglich 40 Liter nur für die Toilettenspülung durch die Leitung.

4 000 000 000 Menschen auf unserem Planeten leiden mindestens einen Monat im Jahr an Wassermangel. 785 000 000 Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Wir verbrauchen 120 Liter reelles Wasser. Wasser, das direkt bei uns aus der Leitung kommt. Dazu kommt der Verbrauch an virtuellem Wasser. Das ist Wasser, das wir indirekt nutzen. Zum Beispiel bei der Produktion von Nahrung und Konsumgütern. Steaks. Kaffee. Klamotten aus Baumwolle. Auf jeden Deutschen kommen 4 000 Liter pro Tag. 70 Prozent dieses Wassers befindet sich außerhalb unserer Landesgrenzen.

250 000 000 000 000 Liter Wasser plätschern jährlich in den Bauwollanbau. Man braucht 11 000 Liter Wasser, um 1 Kilo Baumwolle herzustellen. 15 000 für 1 Kilo Rindfleisch, 1 300 für 1 Kilo Weizen.

Die Weltbevölkerung nimmt zu. Der Wasserverbrauch steigt weiter. Immer weniger Menschen haben Zugang zu sauberem Trinkwasser und sind von Hunger bedroht. Krankheiten treffen sie ohnehin schon schlimmer als alle anderen Menschen auf der Welt. Eine Pandemie stellt sie vor ein unlösbares Problem...