tabuPolitik: Offenheit und Transparenz schwächen das System

Die Rituale der Macht und das Herrschaftswissen unterlagen zu allen Zeiten einem Tabu. Auch heute zeigen die Mächtigen wenig Interesse an der Offenbarung ihrer Strategiespiele und Machttechniken. Schon deswegen, weil Transparenz immer das Risiko birgt, gewachsene Strukturen und das System zu gefährden. Die Medien tun ihr übriges dazu. Sie prangern zwar Fehlentwicklungen an und fordern Kontrollmechanismen ein, beleuchten aber selten die Hintergründe, die zu Machtmissbrauch und Korruption führen. Sie bleiben vor allem nie lange an einer Sache dran, sondern treiben bald darauf schon eine neue Sau durchs Dorf.

Die Ohnmacht der Entscheider

Auch die Ohnmacht der vermeintlich mächtigen Entscheider, so eine Studie über „Macht im Management“, wird selten thematisiert: Aus gesellschaftlichen Veränderungen ergeben sich zwangsläufig unkalkulierbare und unbeeinflussbare Faktoren und selbst dann, wenn „Menschen am Steuer“ sich auf einen gemeinsamen Kurs geeinigt haben, so die Studie, kann es passieren, dass ihre Steuerbefehle keine Auswirkungen auf den Kurs haben. Der so genannte „Aquaplanning-Effekt“ tritt ein. Mit zunehmender Komplexität der anstehenden Aufgaben, der wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnisse z. B. zwischen Politik und Wirtschaft werden die Systeme immer weniger beherrschbar, globale und transnationale Entwicklungen entziehen sich der Steuerung durch nationale Politiken.

Der fehlende Handlungs- und Entscheidungsspielraum löst Hilflosigkeit, Lähmung und innere Blockaden aus. Wer Macht hat, hat vor allem auch Angst vor der Ohnmacht oder wie einer der befragten Manager der äußert: „Die Angst, wieder dort zu landen, woher man kam. Angstträume, dass man wieder Kühe melken müsste.“

19467903305 04072421b1 qIntuition: Der Fehler als Motor der Evolution

Wirklich effizient wird unser Gehirn erst, wenn es uns gelingt, unsere Intuition zu aktivieren und ihr zu vertrauen. Nur dann können wir das Potenzial dieses Organs wirklich ausschöpfen. Die Intuition hat somit auch wissenschaftlich begründet ihren berechtigten Platz in unserem Denksystem gefunden. Diese Entwicklung macht Hoffnung, denn das Phänomen Intuition kann zu einem gesellschaftlichen Umdenken in vieler Hinsicht beitragen. Es wäre allerdings ein großes Missverständnis, davon auszugehen, dass intuitiv getroffene Entscheidungen zu "perfekten" Lösungen führen, denn, so Vossenkuhl: Auch Intuition kann schließlich irren. Darin besteht der eigentliche Lernprozess. Denn der Faktor, der Entwicklung voran treibt, ist ja gerade der Irrtum - der Fehler, der produziert wird, wenn wir neue Wege beschreiten und dabei irren.

Multimilliardär George Soros beispielsweise erwarb sein Vermögen eher intuitiv. Er bringt sein Erfolgsrezept so auf den Punkt: "Fehleinschätzungen müssen einem nicht peinlich sein; peinlich ist nur, Fehler nicht zu korrigieren." Im "Glauben an die Fehlbarkeit" sieht er sogar die Voraussetzung für einen sachlichen Umgang mit den Dingen. Darin liegt auch aus psychologischer Sicht viel Weisheit, denn nur wenn Fehler als mögliche Folge des Handelns zugelassen werden, kann auch die Angst vor Fehlern schwinden. Die Angst vor Fehlern hat nämlich, wenn sie überhand nimmt, beinahe unweigerlich weitere Fehler zur Folge. Psychotrick Nummer eins der Neuroökonomen für die Börsenwelt lautet also:

Kommen Sie nicht in Versuchung, sich einzureden, Sie würden Ihre Anlageentscheidungen rational treffen - kein Mensch tut das. Ohne die Lust auf den großen Gewinn würde sich niemand am Aktienmarkt engagieren. Ins Extrem gesteigerte Gefühle wie Gier und Angst hingegen können jedes Portfolio schwer beschädigen. Die Aufgabe eines jeden Anlegers besteht deshalb darin, seine emotionale Balance zu finden.“

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Kann Hoffnung enttäuscht werden?

Ernst BlochDiese Frage stellte Ernst Bloch 1961 bei seiner Antrittsvorlesung in Tübingen. Seine Antwort: "Und wie doch, gewiss, so etwas ist leicht zu haben. Kommt haufenweise vor, jedes Leben ist voll von Träumen, die nicht werden." Trotz dieser zahlreichen Enttäuschungen glaubt Bloch an die Fähigkeit der Menschen, am "Prinzip Hoffnung" festzuhalten. Die objektiv-reale Möglichkeit dieser tiefen Sehnsucht nach einer besseren Welt erscheine in der Kunst. Dort leuchte bereits ein Vorschein des Künftigen auf. Bloch bezeichnet diesen Vorschein auch als das „Noch-Nicht-Bewusste“: Aus dem Dunkel des Bewusstseins dämmert herauf, was wir sein könnten. Einer seiner Leitsätze lautet

Denken heißt Überschreiten“.

Wenn das „Noch-Nicht-Bewusste“ die Schwelle zum Bewusstsein überschritten hat, kann bis dahin Undenkbares auch erdacht werden. Was dabei heraus kommt, bezeichnet er als „konkrete Utopie“. Für Utopie-Kritiker ist dieser Begriff ein Widerspruch in sich: Bloch bemisst nämlich die Utopie am „real Möglichen“. Sie wird zu einem Labor, in dem Annäherungen an das Zukünftige tastend und experimentierend hervorgebracht werden.

Utopie-Kritik

Heute herrscht vor allem die Kritik an der Utopie vor. Sie lässt sich in etwa so auf die Formel bringen: Akzeptiert doch bitte die Gesellschaft so, wie sie ist. Wenigstens im Großen und Ganzen.

Utopie wird als Bedrohung empfunden. Insbesondere von jenen, die Veränderung scheuen. So glaubt zum Beispiel auch der Historiker und Autor Joachim Fest, alles Unheil rühre nur vom utopischen Drang zur idealen Gesellschaft her und wenn die Menschen endlich lernten, sich mit der Welt, so wie sie ist, zu arrangieren, könne alles gut werden. Jedenfalls so gut, wie es eine unvollkommene Welt mit unvollkommenen Menschen zulässt.

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1. Zeit

M. C. Escher

Irgendwann entwickelte der Mensch ein Bewusstsein darüber, dass er Vergangenheit und Zukunft hat. Damit beginnt eine neue Zeitrechnung und eine neue Form der Kreativität: Sie geht über das Abbilden des Konkreten hinaus und schafft Neues, eine abstrakte Vorstellung von der Welt.

Denken heißt Vergleichen“, so Walter Rathenau und wer das Gestern mit dem Heute vergleichen kann, stellt unweigerlich fest, dass sich die Dinge ändern. Er wird folgern, dass nichts so bleiben muss, wie es ist. Und er wird damit beginnen, Dinge zu erdenken, die Morgen sein könnten. Was heute noch unmöglich scheint wird vielleicht morgen so selbstverständlich und scheinbar unabänderlich sein, wie all das, was heute existiert.

2. Raum

Jede Population kann ihre Überlebenschancen optimieren. Unter anderem, indem sie ihren Aktionsradius ausweitet. Auch der Mensch beginnt, seine angestammte Umwelt zu verlassen. Er gewinnt dadurch eine Vorstellung von dem Raum, der ihn umgibt. Er begreift, dass neben seiner kleinen Welt noch andere Welten existieren. Von da an wird er seine Welt nicht mehr für die einzig existierende halten, sondern viele andere für möglich. Der Mensch beginnt, neue Ressourcen in unbekanntem Territorium zu erschließen. Das erhöht sein Risiko, auf Gefahren zu treffen. Seine Überlebenschance wächst mit der Fähigkeit, sich diese Orte vorzustellen. Als Orte, die Nahrung in Hülle und Fülle bieten, aber auch als solche, die ihn in Furcht und Schrecken versetzen und seine Existenz bedrohen. Erstmals gibt es Welten, die nur in der Vorstellung des Menschen existieren.

3. Zeitgeist

Jede Utopie entspringt dem Zeitgeist. Sie ist das Licht, das dem Schatten entspricht, von dem die Zeit geprägt ist, in der sie entsteht. Nahrung satt ist die Antwort auf Hunger und in Kriegszeiten entsteht der Wunsch nach Frieden. Je größer das Chaos, desto größer die Sehnsucht nach Struktur. Es ist also kein Wunder, dass viele Utopien in der Vergangenheit ein System anstrebten, das Sicherheit und Geborgenheit bot, territoriale und persönliche Grenzen schützte und ein planvolles soziales oder wirtschaftliches Leben und Handeln ermöglichte. Das gilt übrigens sogar für viele „progressive“ Konzepte wie zum Beispiel die sozialistischen Utopien oder Ernest Callenbachs „Ökotopia“.

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Eine Weltkarte, auf der das Land Utopia nicht verzeichnet ist, verdient nicht einmal einen flüchtigen Blick, denn ihr fehlt das Land, das die Menschheit seit jeher ansteuert.“ (Oscar Wilde)

Die Bezeichnung „Utopie“ geht auf Thomas Morus gleichnamige Erzählung zurück. Er verfasste das Werk in lateinischer Sprache und betitelte es mit „nusquama“, also „nirgendwo“ (griechisch: „oú topía“ = „an keinem Ort“). Es ist nicht bekannt, ob das Wortspiel aus dem identischen Klang der Begriffe Utopia und „eu topia“ (griechisch der „gute Ort“) im Englischen von Morus so beabsichtigt war. Auf ihm beruht jedoch die fortan getroffene Unterscheidung zwischen „positiven“ und „negativen“ Utopien, den so genannten „Dystopien“ (die griechische Vorsilbe „dys“ bezeichnet eine Störung oder Abnormität).

„Negativ“ meint hier schlicht die aus Sicht des Erzählers wünschenswerten und „positiv“ die subjektiv unerwünschten Entwicklungen. Diese Kategorien sind höchst missverständlich, schon weil viele der bis heute in der einschlägigen Literatur als „positiv“ geltenden Utopien (wie übrigens auch die von Thomas Morus) dystopische Züge tragen. Sie heißen Strukturen oder Werte gut, die ihren Urhebern und auch uns heute keineswegs wünschenswert erscheinen und ängstigen uns sogar.

Morus ist überzeugter Katholik, seine Utopier dagegen sind Heiden, die einer „natürlichen Vernunft“ huldigen. 1517, also ein Jahr nach dem Erscheinen von Utopia, machen Martin Luthers Thesen Furore. Morus war einst selbst Verfechter einer Reform der katholischen Kirche. Ab 1523 verfasst er Streitschriften gegen die neue Lehre und als Heinrich der VIII., sein „oberster Dienstherr“, selbst damit sympathisiert, quittiert Morus sogar den Dienst. Er bezahlt diese Entscheidung mit dem Leben und wird 1535 hingerichtet. Hat er mit „Utopia“ bewusst eine Gegenwelt zu jener in Szene gesetzt, in der er lebte? Hervorgebracht durch antizipierendes Bewusstsein oder gar durch Prophetie?

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UtopieUtopien nach dem Motto „Ich verbessere die Welt und zwar sofort!“ bleiben meistens, was sie sind: eine Illusion. Es sei denn, der Heilsbringer findet eine Anhängerschaft, die seine narzisstischen Ideale gewaltsam umsetzt. Die Geschichte hat der Menschheit diesbezüglich einige schmerzhafte Lektionen erteilt. Dennoch - die Welt braucht Visionen. Und Menschen, die sie umsetzen. Deswegen hier einige Grundregeln für Utopisten und solche, die es werden wollen:

  1. Baue Deine Pläne modular nach dem Baukastensystem auf. Entwickle alternative Szenarios, die zeitliche Dimension und Chaos-Faktoren berücksichtigen.

  2. Bilde Hypothesen zur Annäherung an Resultate möglicher Veränderungsprozesse. Antizipiere Faktoren (günstige und hinderliche), die hinzu treten können und die Veränderungen, die sie bewirken. Lass genug Spielraum für flexible Reaktionen auf unberechenbare Faktoren.

  3. Strebe keine Wunder an. Bau auf vorhandenen Ressourcen auf. Entnimm die Bausteine, aus denen Neues entstehen soll, der Realität.

  4. Wir wollen keine „Umerziehungslager“! Berücksichtige menschliche Schwächen und Stärken, Konflikte und Probleme. Setze auf Kooperation und eine konstruktive Konfliktkultur, die sich nicht am Problem, sondern an der Lösung orientiert. Beziehe natürliche Gegebenheiten und die Lebensumwelt mit ein. Nicht nur Überleben ist das Ziel sondern gut leben – und leben lassen!

  5. Keine „geschlossenen Gesellschaften“, sondern Vernetzung, Offenheit und Flexibilität. Keine absoluten Thesen, keine Allheilmittel oder allgemeingültigen Rezepte, kein Zementieren von Prioritäten oder Handlungsanweisungen!

  6. Keine irreversiblen Prozesse mit unvorhersehbaren Folgen. Hüte Dich davor, Reformen von solcher Komplexität und Tragweite zu unternehmen, dass es Dir unmöglich wird, Ursachen und Wirkungen zu entwirren und zu wissen, was Du eigentlich tust. („Stückwerktechnologie“ von Karl Popper) Akzeptiere gegebene Bedingungen, wenn Veränderungen Planeten aus der Bahn werfen würden.

  7. Keine „Gurus“, die im Alleinbesitz der Wahrheit sind, keine elitären Zirkel! Schaffe Bedingungen, die absichern, dass möglichst viele Menschen sich gleichberechtigt an der Aushandlung der für sie geltenden Regeln beteiligen können. Übe Toleranz gegenüber Andersdenkenden.

  8. Selbstreflexion: Ist Deine Utopie von subjektiven Motiven geleitet?

  9. Keine verbale „Esoterik“! Sprache und Begrifflichkeit sollte für jedermann verständlich und nachvollziehbar sein

  10. Bleibe ethisch korrekt! Nulltoleranz für Gewalt als Mittel zur Durchsetzung!

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Wir haben den Übermenschen erschaffen

Den neuen Menschen erschaffen ist wie Spielen mit Legosteinen: Nimm ein bisschen DNA und bau sie neu zusammen. Auch Gott hatte keine Bedienungsanleitung, als er den Menschen schuf. Er begann sein Werk und machte prompt Fehler. Eva zum Beispiel. Eva infizierte die Welt mit ihrer Fehlerhaftigkeit. Gott fand trotzdem, dass es gut war. Nun sind wir dran. Die göttliche Moral ist gilt ja schon lange nichts mehr und das Risiko hält sich in Grenzen. Denn bisher war alles Leben, das der Mensch auf künstlichem Wege erschuf, nur von kurzer Dauer.

Am ersten Tage der Schöpfung erschuf der Mensch das Klonschaf. Dolly wurde alt geboren und starb jung.

Am zweiten Tag erblickten Dollys Enkel das Licht der Welt. Die Lämmer fluoreszierten besorgniserregend. Bizarre Monster aus Schaf- und Quallen-DNA, nachtleuchtend wie ein künstlicher Sternenhimmel. Erschaffen als Beweis dafür, dass Leben machbar ist. In Form von bedauernswerten Geschöpfe ohne Zukunft und ohne Sinn. Das waren die ersten Tage unserer Schöpfung.

Am dritten Tag konnten wir schon mehr als Gott, denn der experimentierte nur mit organischem Material. Wir aber können Technik. Technik, so intelligent wie der Mensch. Vielleicht sogar intelligenter? Denn Gehirne, kombiniert mit der Macht der Computer, sind zu unvorstellbaren Dingen fähig…

Am vierten Tage begann das neue Zeitalter. Wir schufen ein neues Wesen aus Mensch und Maschine, den transhumanen Übermenschen.

Am fünften Tage wussten wir schon längst nicht mehr, was wir tun. Aber wir wussten: es ist machbar!

Am sechsten Tage überwanden wir die Grenzen der Evolution. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen real und virtuell, zwischen Computer, Körper und Geist. Künstliche Intelligenz leitet uns auf Schritt und Tritt durch den Alltag.

Am siebten Tage vollendeten wir unser Werk. Doch als wir ruhten befiel uns ein böser Alptraum: Wir erkannten, dass wir selbst bizarre Monster aus Mensch- und Maschinen-DNA geworden waren. Erschaffen als lebendiger Beweis dafür, dass alles machbar ist. Sei es auch nur in Form einer bedauernswerten Kreatur ohne Zukunft und ohne Sinn.

IntuitionErfolgreicher dank Intuition

Der Bewusstseinsforscher Antonio Damasio geht davon aus, dass bei über 90 Prozent aller Entscheidungen die Intuition mit im Spiel ist. Der Neurophysiologe Wolf Singer erläutert, wie man kann sich diesen Prozess bewusst machen kann: Man sucht nach einem bestimmten Gedächtnisinhalt, einem Wort zum Beispiel, findet ihn aber nicht. Dann vertrauen wir uns automatisch unbewussten Suchprozessen an. Diese unbewussten Abwägungsprozesse nehmen wir als „gutes“ oder „schlechtes“ Gefühl wahr. Solche Mechanismen machen das Gehirn effizienter, denn die Kapazität des Bewusstseins ist beschränkt. Im Unterbewusstsein können sehr viel mehr Informationen verarbeitet werden.

Ohne Intuition ist das Gehirn nicht zu begreifen

Lange hat man die Intuition in der rechten, die rationale Analyse dagegen in der linken Gehirnhälfte verortet. Heute geht die Hirnforschung davon aus, dass die einzelnen Funktionen des Gehirns nicht an einen bestimmten Ort gebunden sind. In unsere Denkprozesse fließen unterschiedlichste Wahrnehmungen und Gefühle ein. Auch solche, die nicht ins Bewusstsein vordringen. Diese unbewussten Phänomene bestimmen unser Denken und Handeln viel stärker, als viele Menschen wahr haben wollen. Auch ein Plan, der scheinbar auf rationaler Logik begründet ist und chaotische Faktoren aus seinen Berechnungen eliminiert, ist von subjektiven Momenten geprägt. Zum Beispiel von vagen Ängsten, die mit der Ausführung dieses Plans verbunden sind.

Machen Planspiele überhaupt Sinn?

Das logische Denken im Rahmen von Planspielen macht durchaus Sinn, selbst dann, wenn man dabei zahlreiche Faktoren eliminieren muss, weil diese zu komplex sind und nicht innerhalb begrenzter Zeit zum Ziel führen. Die Chaos-Faktoren werden also ausgeblendet, doch dadurch tritt ein paradoxer Effekt ein, so Professor Dr. Wilhelm Vossenkuhl, emeritierter Professor für Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München: “Das Risiko wird dadurch nicht etwa reduziert sondern vergrößert!“ Wir sollten uns also bei längerfristigen Entscheidungen nicht nur auf rationalisierbare Größen beschränken. Es wäre besser, wenn wir unser internes Risikofolgen-Abschätzungs-System hinzuzuziehen. [Wilhelm Vossenkuhl: Risiko Denken, riskante Gefühle, In: aviso, Zeitschrift für Wissenschaft & Kunst in Bayern, 2/2002, S. 12]

So ließen beispielsweise US-Forscher Probanden, deren Angstzentrum in Folge von Verletzungen geschädigt war, ein einfaches Gewinnspiel mit hohen Ausschüttungen spielen. In einer Kontrollgruppe spielten Menschen, deren Angstzentrum durchschnittlich entwickelt war. Die „Angstfreien“ waren im Spiel überlegen, allerdings ergab ein Abgleich ihrer Lebensläufe, dass drei Viertel von ihnen schon einmal bankrott gegangen waren. Das lässt darauf schließen, dass die fehlende Verlustangst es ihnen auch unmöglich macht, Risiken realistisch abzuschätzen. Eine intuitive bzw. emotionale Herangehensweise scheint also nötig zu sein, um ökonomisch erfolgreich zu sein.

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IntuitionIntuition

Wir sind Menschen. Wir können Entscheidungen nicht auf Basis rein rationaler Überlegungen und Berechnungen treffen. Zum Glück. Denn durch die Fähigkeit der Intuition gelangen wir mitunter zu spontanen Einsichten in ganz grundlegende Gesetzmäßigkeiten. Wir erfühlen intuitiv, ob unsere Entscheidungen „richtig“ sind, obwohl wir die zugrunde liegenden Zusammenhänge mit dem Intellekt nicht durchleuchtet haben. Wir erahnen sie sogar dann, wenn andere Erkenntnisse, die von außen an uns heran getragen werden, ihnen zu widersprechen scheinen.

Heureka!

Manchmal wissen wir einfach: Das ist es! Wir haben Eingebungen. Diese neuen Ideen und Erfindungen beruhen auf der Fähigkeit, Einsichten wie aus dem Nichts sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Weil sie schon in unserem unbewussten Wissen angelegt waren. Wir verknüpfen unser vorhandenes Wissen nach einer eigenen, durch und durch vernünftigen Logik. Die Bezeichnung, die man dafür im Allgemeinen verwendet, lautet schlicht „gesunder Menschenverstand“. Ein Teil dieses Repertoires ist uns quasi von Natur aus mitgegeben - in Form von instinktiven Verhaltensweisen. Es schlummert wie eine Art Urwissen seit Jahrtausenden in unseren Genen, bis es im entscheidenden Augenblick aktiviert wird. Dann fließt es - meist völlig unbemerkt - in unser Handeln ein.

Intuition: Orientierungshilfe im Dschungel unserer Lebenswelt

Der Neurowissenschaftler Antonio Damasio kam zu dem Ergebnis, dass jede Entscheidung als Zusammenspiel emotionaler (intuitiver) und kognitiv-analytischer (reflexiver) Vorgänge im menschlichen Gehirn gesehen werden kann. Gefühle sind sozusagen die Navigationshilfe in der uns umgebenden Welt. Wir müssen dauernd Entscheidungen treffen und das meist innerhalb kürzester Zeit. Intuition ist also letztlich eine Überlebenstechnik. Sie befähigt den Menschen zur besseren Informationsverarbeitung und damit zu angemessenen Reaktionen, wenn die zu verarbeitenden Daten zu unüberschaubar und unberechenbar werden. Intuition arbeitet auf der Basis aller gespeicherten Vorerfahrungen, auch der in unserem biologischen Erbe enthaltenen. Sie warnt in Nano-Sekundenschnelle vor möglichen Risiken und Gefahren, macht aber auch auf Chancen und neue Möglichkeiten aufmerksam.

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