ZoiglDie katholische Kirche pflegt das Karnevals-Brauchtum seit dem Mittelalter. Bereits auf dem Konzil von Nicäa (325) war verfügt worden, dass die Christen sechs Wochen vor Ostern fasten sollen. Sie sollten damit dem 40-tägigen Aufenthalt Jesu in der Wüste gedenken. Die Auszeit von der strengen Fastenzeit wurde jedoch erst später beschlossen: Papst Gregor, der Große nahm 1091 auf dem Konzil von Benevent die sechs Sonntage vor Ostern vom Fasten aus und legte den Aschermittwoch als Beginn der eigentlichen Fastenzeit fest.

Fasenacht und Fastentrunk

In der Bezeichnung „Fastnacht“ (auch: „Fas(e)nacht“) steckt bereits der Hinweis auf die Fastenzeit. Die Fastnacht fiel zunächst auf den Abend vor dem eigentlichen Fest, wurde aber später auf die gesamte Karnevalszeit übertragen. Im Süden Deutschlands und in Österreich ist eher der Begriff "Fasching" geläufig. Er geht wahrscheinlich auf das althochdeutsche "vastschanc" (oder „vastschang“) zurück: Gemeint ist der Ausschank des extra für diesen Zweck gebrauten Starkbiers – dem Fastentrunk.

Fastenzeit

Als Fastenzeit werden die 40 Tage vor dem Tode Jesu am Karfreitag und seiner Wiederauferstehung an Ostern bezeichnet. Sie beginnt am Aschermittwoch, also dem Tag der auf das Ende der Faschingszeit folgt. Die Fastenzeit solle eine Zeit der Besinnung sein - auf die Opfer, die Jesus gebracht hat. Aus diesem Grund verzichten viele Christen noch heute auf den Verzehr vieler Lebens- und Genussmittel. Zumindest an bestimmten Tagen. Bereits 581, auf der ersten Synode von Mâcon, wurden die strengen Regeln eingeführt, die bis heute Geltung besitzen:

Vom Tage des heiligen Martin an bis Weihnachten muss am Montag, Mittwoch und Freitag jede Woche gefastet werden.“

Der 11.11. ist also der Beginn der Fastenzeit. Sie wird nur unterbrochen durch die Feierlichkeiten am Martinstag selbst, zur Weihnachtszeit und zur Fastnacht. Die Zahl 11 galt im Mittelalter als Narrenzahl, sie war der Inbegriff der Unzulänglichkeit und Verkehrtheit der Welt.

Der eigentliche Karneval – die närrischen Tage vor Aschermittwoch – boten dem Volk eine Art Ventil, eine kurze Gelegenheit, aus dem strengen Reglement der katholischen Kirche auszubrechen.

[Bild: Benreis, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zoigl.JPG]