UtopiaUtopia: Geografie des sechsten Kontinents

Eine Weltkarte, auf der das Land Utopia nicht verzeichnet ist, verdient nicht einmal einen flüchtigen Blick, denn ihr fehlt das Land, das die Menschheit seit jeher ansteuert.“ (Oscar Wilde)

Die Bezeichnung „Utopie“ geht auf Thomas Morus gleichnamige Erzählung zurück. Er verfasste das Werk in lateinischer Sprache und betitelte es mit „nusquama“, also „nirgendwo“ (griechisch: „oú topía“ = „an keinem Ort“). Es ist nicht bekannt, ob das Wortspiel aus dem identischen Klang der Begriffe Utopia und „eu topia“ (griechisch der „gute Ort“) im Englischen von Morus so beabsichtigt war. Auf ihm beruht jedoch die fortan getroffene Unterscheidung zwischen „positiven“ und „negativen“ Utopien, den so genannten „Dystopien“ (die griechische Vorsilbe „dys“ bezeichnet eine Störung oder Abnormität).

„Negativ“ meint hier schlicht die aus Sicht des Erzählers wünschenswerten und „positiv“ die subjektiv unerwünschten Entwicklungen. Diese Kategorien sind höchst missverständlich, schon weil viele der bis heute in der einschlägigen Literatur als „positiv“ geltenden Utopien (wie übrigens auch die von Thomas Morus) dystopische Züge tragen. Sie heißen Strukturen oder Werte gut, die ihren Urhebern und auch uns heute keineswegs wünschenswert erscheinen und ängstigen uns sogar.

Morus ist überzeugter Katholik, seine Utopier dagegen sind Heiden, die einer „natürlichen Vernunft“ huldigen. 1517, also ein Jahr nach dem Erscheinen von Utopia, machen Martin Luthers Thesen Furore. Morus war einst selbst Verfechter einer Reform der katholischen Kirche. Ab 1523 verfasst er Streitschriften gegen die neue Lehre und als Heinrich der VIII., sein „oberster Dienstherr“, selbst damit sympathisiert, quittiert Morus sogar den Dienst. Er bezahlt diese Entscheidung mit dem Leben und wird 1535 hingerichtet. Hat er mit „Utopia“ bewusst eine Gegenwelt zu jener in Szene gesetzt, in der er lebte? Hervorgebracht durch antizipierendes Bewusstsein oder gar durch Prophetie?

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UtopieUtopien nach dem Motto „Ich verbessere die Welt und zwar sofort!“ bleiben meistens, was sie sind: eine Illusion. Es sei denn, der Heilsbringer findet eine Anhängerschaft, die seine narzisstischen Ideale gewaltsam umsetzt. Die Geschichte hat der Menschheit diesbezüglich einige schmerzhafte Lektionen erteilt. Dennoch - die Welt braucht Visionen. Und Menschen, die sie umsetzen. Deswegen hier einige Grundregeln für Utopisten und solche, die es werden wollen:

  1. Baue Deine Pläne modular nach dem Baukastensystem auf. Entwickle alternative Szenarios, die zeitliche Dimension und Chaos-Faktoren berücksichtigen.

  2. Bilde Hypothesen zur Annäherung an Resultate möglicher Veränderungsprozesse. Antizipiere Faktoren (günstige und hinderliche), die hinzu treten können und die Veränderungen, die sie bewirken. Lass genug Spielraum für flexible Reaktionen auf unberechenbare Faktoren.

  3. Strebe keine Wunder an. Bau auf vorhandenen Ressourcen auf. Entnimm die Bausteine, aus denen Neues entstehen soll, der Realität.

  4. Wir wollen keine „Umerziehungslager“! Berücksichtige menschliche Schwächen und Stärken, Konflikte und Probleme. Setze auf Kooperation und eine konstruktive Konfliktkultur, die sich nicht am Problem, sondern an der Lösung orientiert. Beziehe natürliche Gegebenheiten und die Lebensumwelt mit ein. Nicht nur Überleben ist das Ziel sondern gut leben – und leben lassen!

  5. Keine „geschlossenen Gesellschaften“, sondern Vernetzung, Offenheit und Flexibilität. Keine absoluten Thesen, keine Allheilmittel oder allgemeingültigen Rezepte, kein Zementieren von Prioritäten oder Handlungsanweisungen!

  6. Keine irreversiblen Prozesse mit unvorhersehbaren Folgen. Hüte Dich davor, Reformen von solcher Komplexität und Tragweite zu unternehmen, dass es Dir unmöglich wird, Ursachen und Wirkungen zu entwirren und zu wissen, was Du eigentlich tust. („Stückwerktechnologie“ von Karl Popper) Akzeptiere gegebene Bedingungen, wenn Veränderungen Planeten aus der Bahn werfen würden.

  7. Keine „Gurus“, die im Alleinbesitz der Wahrheit sind, keine elitären Zirkel! Schaffe Bedingungen, die absichern, dass möglichst viele Menschen sich gleichberechtigt an der Aushandlung der für sie geltenden Regeln beteiligen können. Übe Toleranz gegenüber Andersdenkenden.

  8. Selbstreflexion: Ist Deine Utopie von subjektiven Motiven geleitet?

  9. Keine verbale „Esoterik“! Sprache und Begrifflichkeit sollte für jedermann verständlich und nachvollziehbar sein

  10. Bleibe ethisch korrekt! Nulltoleranz für Gewalt als Mittel zur Durchsetzung!

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Wir haben den Übermenschen erschaffen

Den neuen Menschen erschaffen ist wie Spielen mit Legosteinen: Nimm ein bisschen DNA und bau sie neu zusammen. Auch Gott hatte keine Bedienungsanleitung, als er den Menschen schuf. Er begann sein Werk und machte prompt Fehler. Eva zum Beispiel. Eva infizierte die Welt mit ihrer Fehlerhaftigkeit. Gott fand trotzdem, dass es gut war. Nun sind wir dran. Die göttliche Moral ist gilt ja schon lange nichts mehr und das Risiko hält sich in Grenzen. Denn bisher war alles Leben, das der Mensch auf künstlichem Wege erschuf, nur von kurzer Dauer.

Am ersten Tage der Schöpfung erschuf der Mensch das Klonschaf. Dolly wurde alt geboren und starb jung.

Am zweiten Tag erblickten Dollys Enkel das Licht der Welt. Die Lämmer fluoreszierten besorgniserregend. Bizarre Monster aus Schaf- und Quallen-DNA, nachtleuchtend wie ein künstlicher Sternenhimmel. Erschaffen als Beweis dafür, dass Leben machbar ist. In Form von bedauernswerten Geschöpfe ohne Zukunft und ohne Sinn. Das waren die ersten Tage unserer Schöpfung.

Am dritten Tag konnten wir schon mehr als Gott, denn der experimentierte nur mit organischem Material. Wir aber können Technik. Technik, so intelligent wie der Mensch. Vielleicht sogar intelligenter? Denn Gehirne, kombiniert mit der Macht der Computer, sind zu unvorstellbaren Dingen fähig…

Am vierten Tage begann das neue Zeitalter. Wir schufen ein neues Wesen aus Mensch und Maschine, den transhumanen Übermenschen.

Am fünften Tage wussten wir schon längst nicht mehr, was wir tun. Aber wir wussten: es ist machbar!

Am sechsten Tage überwanden wir die Grenzen der Evolution. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen real und virtuell, zwischen Computer, Körper und Geist. Künstliche Intelligenz leitet uns auf Schritt und Tritt durch den Alltag.

Am siebten Tage vollendeten wir unser Werk. Doch als wir ruhten befiel uns ein böser Alptraum: Wir erkannten, dass wir selbst bizarre Monster aus Mensch- und Maschinen-DNA geworden waren. Erschaffen als lebendiger Beweis dafür, dass alles machbar ist. Sei es auch nur in Form einer bedauernswerten Kreatur ohne Zukunft und ohne Sinn.

IntuitionErfolgreicher dank Intuition

Der Bewusstseinsforscher Antonio Damasio geht davon aus, dass bei über 90 Prozent aller Entscheidungen die Intuition mit im Spiel ist. Der Neurophysiologe Wolf Singer erläutert, wie man kann sich diesen Prozess bewusst machen kann: Man sucht nach einem bestimmten Gedächtnisinhalt, einem Wort zum Beispiel, findet ihn aber nicht. Dann vertrauen wir uns automatisch unbewussten Suchprozessen an. Diese unbewussten Abwägungsprozesse nehmen wir als „gutes“ oder „schlechtes“ Gefühl wahr. Solche Mechanismen machen das Gehirn effizienter, denn die Kapazität des Bewusstseins ist beschränkt. Im Unterbewusstsein können sehr viel mehr Informationen verarbeitet werden.

Ohne Intuition ist das Gehirn nicht zu begreifen

Lange hat man die Intuition in der rechten, die rationale Analyse dagegen in der linken Gehirnhälfte verortet. Heute geht die Hirnforschung davon aus, dass die einzelnen Funktionen des Gehirns nicht an einen bestimmten Ort gebunden sind. In unsere Denkprozesse fließen unterschiedlichste Wahrnehmungen und Gefühle ein. Auch solche, die nicht ins Bewusstsein vordringen. Diese unbewussten Phänomene bestimmen unser Denken und Handeln viel stärker, als viele Menschen wahr haben wollen. Auch ein Plan, der scheinbar auf rationaler Logik begründet ist und chaotische Faktoren aus seinen Berechnungen eliminiert, ist von subjektiven Momenten geprägt. Zum Beispiel von vagen Ängsten, die mit der Ausführung dieses Plans verbunden sind.

Machen Planspiele überhaupt Sinn?

Das logische Denken im Rahmen von Planspielen macht durchaus Sinn, selbst dann, wenn man dabei zahlreiche Faktoren eliminieren muss, weil diese zu komplex sind und nicht innerhalb begrenzter Zeit zum Ziel führen. Die Chaos-Faktoren werden also ausgeblendet, doch dadurch tritt ein paradoxer Effekt ein, so Professor Dr. Wilhelm Vossenkuhl, emeritierter Professor für Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München: “Das Risiko wird dadurch nicht etwa reduziert sondern vergrößert!“ Wir sollten uns also bei längerfristigen Entscheidungen nicht nur auf rationalisierbare Größen beschränken. Es wäre besser, wenn wir unser internes Risikofolgen-Abschätzungs-System hinzuzuziehen. [Wilhelm Vossenkuhl: Risiko Denken, riskante Gefühle, In: aviso, Zeitschrift für Wissenschaft & Kunst in Bayern, 2/2002, S. 12]

So ließen beispielsweise US-Forscher Probanden, deren Angstzentrum in Folge von Verletzungen geschädigt war, ein einfaches Gewinnspiel mit hohen Ausschüttungen spielen. In einer Kontrollgruppe spielten Menschen, deren Angstzentrum durchschnittlich entwickelt war. Die „Angstfreien“ waren im Spiel überlegen, allerdings ergab ein Abgleich ihrer Lebensläufe, dass drei Viertel von ihnen schon einmal bankrott gegangen waren. Das lässt darauf schließen, dass die fehlende Verlustangst es ihnen auch unmöglich macht, Risiken realistisch abzuschätzen. Eine intuitive bzw. emotionale Herangehensweise scheint also nötig zu sein, um ökonomisch erfolgreich zu sein.

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IntuitionIntuition

Wir sind Menschen. Wir können Entscheidungen nicht auf Basis rein rationaler Überlegungen und Berechnungen treffen. Zum Glück. Denn durch die Fähigkeit der Intuition gelangen wir mitunter zu spontanen Einsichten in ganz grundlegende Gesetzmäßigkeiten. Wir erfühlen intuitiv, ob unsere Entscheidungen „richtig“ sind, obwohl wir die zugrunde liegenden Zusammenhänge mit dem Intellekt nicht durchleuchtet haben. Wir erahnen sie sogar dann, wenn andere Erkenntnisse, die von außen an uns heran getragen werden, ihnen zu widersprechen scheinen.

Heureka!

Manchmal wissen wir einfach: Das ist es! Wir haben Eingebungen. Diese neuen Ideen und Erfindungen beruhen auf der Fähigkeit, Einsichten wie aus dem Nichts sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Weil sie schon in unserem unbewussten Wissen angelegt waren. Wir verknüpfen unser vorhandenes Wissen nach einer eigenen, durch und durch vernünftigen Logik. Die Bezeichnung, die man dafür im Allgemeinen verwendet, lautet schlicht „gesunder Menschenverstand“. Ein Teil dieses Repertoires ist uns quasi von Natur aus mitgegeben - in Form von instinktiven Verhaltensweisen. Es schlummert wie eine Art Urwissen seit Jahrtausenden in unseren Genen, bis es im entscheidenden Augenblick aktiviert wird. Dann fließt es - meist völlig unbemerkt - in unser Handeln ein.

Intuition: Orientierungshilfe im Dschungel unserer Lebenswelt

Der Neurowissenschaftler Antonio Damasio kam zu dem Ergebnis, dass jede Entscheidung als Zusammenspiel emotionaler (intuitiver) und kognitiv-analytischer (reflexiver) Vorgänge im menschlichen Gehirn gesehen werden kann. Gefühle sind sozusagen die Navigationshilfe in der uns umgebenden Welt. Wir müssen dauernd Entscheidungen treffen und das meist innerhalb kürzester Zeit. Intuition ist also letztlich eine Überlebenstechnik. Sie befähigt den Menschen zur besseren Informationsverarbeitung und damit zu angemessenen Reaktionen, wenn die zu verarbeitenden Daten zu unüberschaubar und unberechenbar werden. Intuition arbeitet auf der Basis aller gespeicherten Vorerfahrungen, auch der in unserem biologischen Erbe enthaltenen. Sie warnt in Nano-Sekundenschnelle vor möglichen Risiken und Gefahren, macht aber auch auf Chancen und neue Möglichkeiten aufmerksam.

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PolitikalsBerufPolitik für Anfänger - wie man was wird

Früher erwarb man Berufe sozusagen genetisch. Der Sohn ererbte das elterliche Gewerbe oder, wenn der Vater Henker war, wurde der Sohn eben auch Henker. Deswegen ist es manchmal besser, wenn einem die Eltern nichts vererben. Heute gibt es praktisch nur eine einzige Chance, in dieser Gesellschaft aus dem nichts reich zu werden: Die politische Karriere!

Das Bürgermeister-Gen

Politiker ist auf jeden Fall ein kreativer und abwechslungsreicher Beruf für Menschen, die kein Risiko scheuen. Nehmen Sie zum Beispiel die Europa-Politik: Da brauchen Sie keine Vorkenntnisse. Sie tun einfach experimentell mal was in die Runde, weil die bewährten Sachen ja sowieso nicht mehr funktionieren und auch keiner weiß, wie es klappen könnte.

Sie sind nicht ganz auf den Mund gefallen und gehen gerne in die Wirtschaft?

Dann haben Sie absolut das Zeug zum Politiker ‑ das Bürgermeister-Gen. Da kriegen Sie eine Startbahn direkt ins Wohnzimmer und in der Wirtschaft alles für umsonst. Noch besser geht das in der Bundespolitik. Dort dauert die Legislaturperiode nur vier Jahre und manchmal sogar kürzer. Da haben Sie gar nicht mehr groß Zeit, sich um Politik zu kümmern. Aber das machen ja sowieso die Referenten. Die schreiben Ihnen schöne Reden und Konzepte. Das müssen Sie dann nur noch runter lesen. Ob Sie das inhaltlich verstehen oder nicht, ist doch egal. Ist doch ohnehin nur so ein Ritual – wie die Wahlen zum Beispiel:

Sie überlegen ein paar Wochen, welchen von den Männern auf den hübschen bunten Bildchen, die überall in der Stadt hängen, Sie nehmen wollen. Dann endlich, immer sonntags, ziehen Sie sich schön an und gehen feierlich zur Urne. Dort gibt es zwei Hüter der Urne, die aufpassen, dass Sie auch wirklich der sind, der das Kreuz machen darf, und einen Zeremonienmeister, der Ihnen freundlich erklärt, wo sie ihr Kreuz machen müssen und Ihnen nötigenfalls auch schon mal die Hand führt. Dann gehen Sie nach Hause und schalten den Fernseher ein. Da stehen die von den Bildchen dann alle rum und warten. Wenn Sie die vielen roten Köpfe sehen, wissen Sie, dass Sie als Wähler eine enorme Macht haben.

Das ist ein bisschen so wie im antiken Griechenland. Da standen auch überall Statuen rum und Sie konnten sich aussuchen, welcher Gott für Sie zuständig ist. Wenn der nichts taugte, kam die Statue auf den Sperrmüll und man suchte sich einfach eine neue raus.

Man muss den Göttern Opfer bringen, damit Sie einem geneigt bleiben

Früher gingen die Leute dann einfach dorthin und legten ihm was ins Schälchen. In manchen Kulturkreisen ist das heute noch so, nur bei uns ist das ein wenig verpönt. Doch das sitzt so hartnäckig in den Genen, dass die Leute es dann eben heimlich machen. Und wenn es raus kommt, tun alle ganz entrüstet. 

Qualifiziertes Personal händeringend gesucht!

Wenn Sie dann gewählt wurden, müssen Sie zusehen, dass Sie in der kurzen Zeit in so viele Aufsichtsräte wie möglich rein kommen. Wenn Sie es nach vier Jahren auf fünf erkleckliche Pöstchen gebracht haben, liegen Sie verdammt gut im Rennen. Das ist aber ein ganz schöner Stress, bis Sie mal soweit sind. Da brauchen Sie sonst nichts mehr.

Deswegen hört man von den meisten Politikern auch rein gar nichts. Und ein Politiker, der in fünf Aufsichtsräten sitzt, ist doch prima qualifiziert für die Wirtschaft! Das lassen sich die Unternehmen eine ganze Stange Geld kosten, so qualifiziertes Personal.

Warum versuchen Sie es nicht einfach mal selber?

Was die können, können Sie schon lange! Ein paar Posten werden ja demnächst wieder frei. Und die suchen wirklich händeringend gute Leute...

The EndWeltuntergang - jetzt doch 2020?

Sie erinnern sich vielleicht dunkel? 1999 auf 2000? Bei diesem spektakulären Beinahe-Weltuntergang waren viele von uns live dabei: Ein bisschen peinlich ist es im Nachhinein schon. Wie erklärt man das den Kindern, wenn die das später im Internet lesen?

Zwar glaubte keiner so recht daran, dass die Raumstation MIR wirklich auf die Erde stürzen und die Eifel explodieren würde. Allerdings hielt sich hartnäckig die Theorie, dass mit der Umstellung der Computer von der 99 auf die 00 unvorstellbare Katastrophen eintreten würden. Selbst nicht ganz so abergläubische Menschen konnten sich damals dem schaurigen Grusel kaum entziehen.

Wenn ein Weltuntergang in die Geschichte eingeht, war er nicht erfolgreich

Der Weltuntergang am 21.12.2012 sollte alle bisher dagewesenen apokalyptischen Rekorde toppen. Mit Sonnenstürmen, Vulkanausbrüchen, Erdbeben, Polsprüngen und allem, was dazu gehört. Ein spitzenmäßig inszenierter Endzeit-Blockbuster.

Hätte er stattgefunden, hätte es nachher auch niemanden mehr interessiert. Warum? Weil die Welt untergegangen wäre. Sonst wäre es ja kein Weltuntergang gewesen. Es war auch keiner. Also feierten wir einfach wieder Weihnachten. Wie immer. Schade eigentlich. Schließlich hat man nicht alle Jahre die Gelegenheit, einen so sensationellen Weltuntergang zu erleben. Rasputin, der berühmte russische Zarenflüsterer, prognostizierte den nächsten für 2013. Wieder nichts...

Die nächsten Termine stehen schon: 2020

Nostradamus und Alois Irlmaier prophezeihten den Ausbruch eines Dritten Weltkrieges. Ungefähr im August 2019. Wieder nichts! Allerdings haben es die Weltuntergangs-Propheten mit dem Datum auch nie so ganz genau genommen. Aber es ist zumindest ein kleiner Trost, dass der Termin für den nächsten Weltuntergang schon steht: 2020.

Die blinde Bulgarin Baba Wanga sagte nämlich für 2020 ein menschenleeres Europa voraus. Oje! Wegen des Weltkrieges. Der hätte schon 2010 ausgebrochen sein sollen. Ist er aber nicht. Gut möglich also, dass wir auch 2020 keinen Weltuntergang erleben werden.

Spannend wird es dann wieder im Jahr 2038. Da endet nämlich die Computerzeitrechnung. Die ist nämlich tatsächlich endlich. Wenn die Zeit abgelaufen ist, springen die Zahlen einfach wieder auf Null. Mit fatalen Folgen: Alles, was auf Computertechnik basiert - das dürfte 2038 so ziemlich alles (oder gar nichts mehr) sein - verabschiedet sich. Das könnte wirklich eine richtige, echte Katastrophe verursachen. Wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen schon heute nicht mehr ohne WLAN funktionieren.

Gänsehaut, Grusel und Gurus

Die bisherigen Prognosen für den Weltuntergang waren nicht gerade zuverlässig. Nur auf eines kann man sich dabei 100prozentig verlassen, nämlich darauf, dass es bis zum realen und finalen, also zum echten, tatsächlichen und wirklichen Weltuntergang noch jede Menge neue Prophezeiungen geben wird. Weil Menschen Gänsehaut und Grusel lieben, das Angstprickeln und die schönen Schauder, die einem solche Geschichten den Rücken herunter jagen. Und sie lieben Gurus, Propheten, und sonstige Superhelden. Weil die so genau wissen, wo es lang geht. Im Gegensatz zu Politikern zum Beispiel.

Apropos - gibts noch etwas, das Sie vor den Weltuntergang erledigen wollten? Hier geht es zum Beitrag Sieben Dinge, die ich vor dem Weltuntergang gerne noch tun möchte