Dauerkarte FCNLieber Fünfter als Färdder...

...ist eine Nürnberger Spruchweisheit, die nur versteht, wer der fränkischen Mundart mächtig ist, weil Vierter in Mittelfranken genauso ausgesprochen wird wie Fürther. Die Rivalitäten der fränkischen Nachbarn im Fußball sind nun rund 100 Jahre alt. 1914 wurde Greuther Fürth die Mannschaft mit dem Kleeblatt erster deutsche Meister - der 1. FC Nürnberg schaffte es erst 1920 an die Spitze. Danach wurde Fußballgeschichte eine Zeitlang fast nur noch in Nürnberg und Fürth geschrieben.

Nürnberg und Fürth - die deutsche Fußballhochburgen

Die beiden Städte galten bis weit in die 20er Jahre hinein als deutsche Fußballhochburgen. 1924 bestand die deutsche Nationalmannschaft aus sechs Fürthern und fünf Nürnbergern. Aber von wegen fränkische Solidarität - die Erzrivalen wollten nicht miteinander spielen. Sie wurden schließlich vom DFB gezwungen, gemeinsam zur Partie gegen Holland zu fahren. Doch selbst auf der Zugfahrt zogen sie sich in die jeweils am weitesten auseinander gelegenen Wagons zurück und wechselten kein Wort miteinander. Und im Hotel gingen sich die Spieler der beiden Mannschaften genauso aus dem Weg wie anschließend auf dem Spielfeld. Das 1:0 fiel auf Vorlage des Nürnberger Spielers Träg und wurde vom Fürther Stürmer Ascherl verwandelt. Die Kleeblätter jubelten, die Clubberer übten sich in Ignoranz.

Ein paar Jahre später hat ein Fürther Spieler gar Spielverbot bekommen, weil er eine Nürnbergerin geheiratet hat. Und wenn in Nürnberg einer schlechten Fußball spielt so sagt der Volksmund: "Was schbilldn där fieran Schdobbfer zam? Där is gwieß vo Färdd!?" ["Was spielt denn der für einen Blödsinn zusammen? Der ist gewiss aus Fürth!?"]

Nun jedenfalls dauern die Animositäten zwischen den den fränkischen Nachbarsstädten bis heute an und wer den Hinterrgrund verstehen möchte, muss einen Blick in die Geschichte werfen. So konnten es die Kleeblätter zum Beispiel gar nicht verwinden, dass Fürth nach Nürnberg eingemeindet werden sollte. Aber auch die Nürnberger haben viel Grund zum Ärgernis und das nicht nur, weil Fürth viel älter ist, sondern auch eine Zeit lang wirschaftlich viel erfolgreicher war.