Cannabis GrasLegalisierung von Cannabis auch in Deutschland?

Marihuana, Gras oder Shit - bei Cannabis scheiden sich die Geister. Kaum ein Thema sorgte in den letzten Jahrzehnten für so hitzige Diskussionen. Noch ist der Besitz bis auf wenige Ausnahmen strafbar. Das galt lange Zeit als ehernes Gesetz, eine Legalisierung erschien undenkbar. Aber das könnte sich bald ändern. Kurioserweise fordern nicht nur die Konsumenten selbst eine Freigabe, sondern auch viele Juristen und Politiker.

Legalisierung - Beispiel Uruguay

Als erstes Land der Welt hat Uruguay den Anbau und Verkauf von Marihuana und Cannabis-Produkten legalisiert. Erwachsene können seit 2013 monatlich bis zu 40 Gramm Marihuana in Apotheken kaufen. Die Legalisierung betrifft auch den Anbau in Eigenregie: Privatperson dürfen bis zu sechs Cannabis-Pflanzen zu Hause züchten. Der Markt wird staatlich kontrolliert, die Preise wurden festgelegt: Ein Gramm Marihuana kostet etwa einen US-Dollar. Die Legalisierung hat einen weiteren positiven Nebeneffekt: Durch die Kontrolle wird die Reinheit der verkauften THC-Produkte gewährleistet. Uruguay erhoffte sich von der Legalisierung vor allem eine effizientere Bekämpfung der Drogenkartelle. Die Rechnung scheint aufzugehen.

Drogenkartelle profitieren von Verboten

Der Taliban-Terrorismus in Afghanistan wird ganz überwiegend über den Handel mit Heroin und Haschisch finanziert. Auch die südamerikanischen Drogenkartelle sind durch den Rauschgift-Handel zu unvorstellbarem Reichtum gelangt. Der Profit aus dem Drogen-Geschäft konzentriert sich in den Händen einiger weniger, weltweit perfekt organisierter Mafia-Clans. Er verhilft ihnen zu einer Machtposition, die inzwischen bedrohliche Formen annimmt. Verbote führen zwangsläufig zu kriminellen Strukturen und diese gefährden mittlerweile die innere Sicherheit ganzer Staaten.

Der Reiz des Verbotenen

Die Kriminalforschung weltweit belegt es zweifelsfrei. Es ist spätestens seit der Prohibition in den USA bekannt: Ein Verbot von Drogen ist kontraproduktiv. Fast die Hälfte aller Deutschen hat bereits Haschisch konsumiert. Gerade auf Jugendliche übt alles Verbotene magische Anziehungskraft aus. Eine Legalisierung würde die Attraktivität der Droge vermutlich verringern.

Kriminelle Karriere vorgezeichnet

Viele Jugendliche experimentieren mit THC. Die allermeisten von ihnen jedoch nur, um es einmal auszuprobieren. Schon beim Handel mit Cannabis begeben sie sich in kriminelle Strukturen. Werden sie erwischt, sind sie für den Rest ihres Lebens mit einem Eintrag im Strafregister stigmatisiert. Viele würden durch das Verbot regelrecht in kriminelle Karrieren getrieben, meinen die Befürworter der Legalisierung. Es wäre sehr viel sinnvoller, wenn Jugendliche so etwas wie „Drogenmündigkeit“ erlernen, also einen selbstverantwortlichen Umgang mit Rauschmitteln wie Alkohol und Haschisch.

Legalisierung auch für Crystal Meth?

Die Logik der Befürworter einer Legalisierung ist nachvollziehbar. Sie hat jedoch einen Haken: Man müsste nämlich konsequenterweise auch andere Drogen freigeben. Crystal Meth zum Beispiel. Das kann niemand ernsthaft wollen. Die Legalisierung bleibt also auch weiterhin ein heißes Eisen, über das man trefflich streiten kann.