PfauDie peinlichen Marotten unserer Partner - früher konnten wir noch milde darüber lächeln. War er nicht gerade wegen seiner ganz besonderen Eigenarten so liebenswert? Haben wir uns nicht sogar deswegen in ihn verliebt? Wir waren blind für seine Schattenseiten, seine weniger angenehmen Eigenschaften. Später regen wir uns gerade darüber auf und stellen deswegen mitunter sogar die Partnerschaft in Frage.

Dunkle Wölkchen am rosaroten Himmel

Am Anfang – ja, da sehen wir den Partner durch die rosarote Brille. Wir finden alles an ihm einfach wunderbar. Mit der Zeit jedoch lässt die Verblendung nach. Wir entdecken im Alltag immer mehr störende Kleinigkeiten: Die nachlässig hingeworfene Wäsche, seine Eitelkeit. Wir stöhnen innerlich leise auf, wenn er vor versammelter Gesellschaft alberne Witze reißt oder altkluge Kommentare abgibt zu Dingen, von denen er nun wirklich rein gar versteht. Wenn er seine über alles geliebten karierten Hemden trägt und nach billigem Rasierwasser duftet wie ein Iltis auf der Balz.

Wer ist schon ohne Fehler…?

Der Mensch an unserer Seite ist ein wenig dicker geworden, sieht nicht wirklich gut aus und ist auch keine große Leuchte? Aber doch vielleicht ein herzensguter Mensch. Gutmütig und großzügig. Was können wir von einem Menschen erwarten? Perfektion sicher nicht. Wer ist schon ohne Makel, ohne Fehler? So sehr wir uns auch bemühen, uns selbst zum Positiven zu verändern – wir bleiben doch im Grunde immer die, die wir nun einmal sind.

Ist es Liebe?

Wir sind Gewohnheitstiere, die immer wieder in den alten Trott zurück fallen. Und dieses Recht sollten wir auch unserem Partner einräumen. Schließlich sind wir nicht für das verantwortlich, was er tut oder lässt. Wir müssen nicht dafür einstehen und uns erst recht nicht dafür schämen. Der Partner ist ein eigenständiges Wesen. Und zur Liebe gehört unabdingbar auch Respekt. Liebe bedeutet vor allem, dass wir ihn so annehmen können, wie er nun einmal ist – mit allen seinen kleinen Unvollkommenheiten.

Das Geheimnis der Liebe: Respekt!

Und wenn uns nun die Marotten am anderen so sehr stören, dass wir darunter leiden? Ja, dann sollten wir uns zunächst einmal die Frage stellen: Warum genau stört mich das eigentlich? Warum stehe ich nicht darüber? Ist es vielleicht der Balken im eigenen Auge, den ich nicht sehen will? Sind es die eigenen ungeliebten Anteile, die uns der andere spiegelt?

Der Weg zur Liebe führt vor allem über die Selbsterkenntnis. Je besser wir uns und unsere eigenen Marotten annehmen können, desto besser können wir auch die unseres Partners annehmen und ihn als Person respektieren. Selbstliebe ist das Geheimnis der Liebe, denn der Respekt für den anderen wächst mit der Selbstachtung.