Freud SofaDer freie Wille – eine Illusion?

Sigmund Freud entwickelte im Rahmen seiner Psychoanalyse als erster die Theorie, dass das Ich nicht „Herr im eigenen Haus“ sei. Sie besagt, dass das bewusste Denken nur einen kleinen Teil der Informationsverarbeitung im Gehirn darstelle. Das Handeln des Menschen beruht nicht etwa auf rationalen Entscheidungen, sondern meist auf unbewussten Vorgängen.

Was ist das Unbewusste?

Das Unbewusste ist ein gigantischer Speicher. Er entstand während der gesamten Evolution des Menschen vom Tierwesen bis heute. Es wird aus vielen Quellen gespeist. Die Inhalte sind nicht bewusst, weil unser Gehirn sehr effizient arbeitet: Es entsorgt alles, was für das Überleben nicht unmittelbar relevant ist, auf eine Art „externe Festplatte“. Dazu gehören zum Beispiel auch viele subtile Sinneswahrnehmungen. Sie werden gar nicht erst bewusst. Weil zu viel Information unser System schlicht überlasten würde. Auch unser biologisches Erbe - Triebe und Instinkte - brodelt in diesen Untiefen.

Wirkmechanismen des Unbewussten

Die Inhalte des Unbewussten wirken sich auf unser Leben aus, ohne dass wir das wahrnehmen. Sie beeinflussen Einstellungen, Emotionen und Verhalten. In ihren Auswirkungen kann man sie mitunter sogar greifen - oft ohne recht zu wissen, was die Ursache dafür ist. Zum Beispiel wenn sich Gefühle der Wut oder der Traurigkeit einstellen, obwohl es dafür scheinbar keinen vernünftigen Grund gibt. Wir sind nicht so frei, wie wir glauben.

Selbst-Erkenntnis macht frei

Der Mensch kann sich jedoch zumindest ein Stück weit aus dieser Unfreiheit befreien. Sigmund Freud sagt: „Wo Es war soll Ich werden“. Durch die Analyse von Emotionen, Einstellungen und Verhaltensweisen kann man die Wirkprinzipien des Unbewussten nach und nach erkennen. Das Erkennen bewirkt schon Veränderung. Wir können in dem Maße, indem wir uns bewusst werden über das was uns bewegt, in unseren Willensentscheidungen und der Wahl unserer Ziele freier werden.