PlastikentenDas Plastik-Virus und andere geniale Erfindungen, auf die wir schon lange warten

Damals am Strand - Sie erinnern sich dunkel? Sie haben sich gerade frisch eingecremt. Die Sonne lacht. Das Meer plätschert lieblich vor sich hin. Der Sand - fein wie aus dem Bilderbuch. Es weht eine leichte Brise. Sie bewegen sich nicht einen Millimeter von der Sonnenliege weg und sind dennoch permanent von einem hauchzarten Sand-Film gepudert. Deswegen benötigen Sie unbedingt ein Sandspray.

Weil es viel komfortabler ist, wenn Sie sich gleich selbst mit einem Spray aus pulvrig feinem Sand besprühen. Der Strandsand perlt daran mühelos ab. Der Sandspray-Sand muss feiner als der allerfeinste Sand sein. Wie Puder eben. Und natürlich mit Lichtschutzfaktor, Peeling- und Pflegeeffekt.

Intelligente Sonnenliegen und Antigravitationstaschen

Sie liegen auf einer rotierenden Sonnenliege. Angefertigt aus hochintelligentem Material, das sich automatisch zur Wärmequelle hin dreht. So, dass Sie immer korrekt in Richtung Sonne austariert sind. Ihre Badesachen bewahren Sie in der Antigravitationstasche auf. Wenn Sie den Reißverschluss schließen, wird das Antigravitationsfeld in der Tasche aktiviert. Sie hat kein Gewicht mehr. Sie müssen das Antigravitationsfeld aber auch aktivieren. Sonst reißt Sie die Tasche womöglich in den Abgrund, wenn Sie auf dem Weg über die Klippen den Lippenstift nachziehen müssen.

Welt ohne Plastik

Die genialste Erfindung ist das Plastik-Virus. Die Umsetzung dieses Projekts wurde erstmal zurückgestellt, als den Forschern das Ausmaß möglicher Konsequenzen dämmerte. Das Plastik-Virus ist noch nicht intelligent genug, um Müll von nützlichen Dingen zu unterscheiden. Es atomisiert einfach alles, was aus Plastik ist.

Sie stünden also plötzlich nackt auf der Straße. Die Handtaschche mitsamt Inhalt - dematerialisiert. Das Auto - ein Blechgerippe. Fernseher, Computer, das coole neue Handy – übrig bleibt ein trauriges Häuflein Schrott. Am nächsten Morgen kommen Sie mit einer Stunde Verspätung zur Arbeit, weil der Bus kein Lenkrad mehr hat und das Fahrrad keine Reifen und keine Pedale. Sie können noch nicht mal Ihren Chef anrufen. Der hat jetzt wahrscheinlich auch andere Sorgen. Eine Beruhigungsspritze kriegen Sie dann auch nicht mehr. Im Supermarkt fließen Scheuermittel, Joghurt und Limonade aus den Regalen. Die Kinder zu Hause wollen sich gar nicht mehr beruhigen, weil alles Spielzeug plötzlich spurlos verschwunden ist.

Holodeck - Fernsehen war gestern

Wahrscheinlich sind wir einfach noch nicht reif für die Antworten auf die letzten Fragen der Menschheit wie „Bin ich echt oder eine Computersimulation?" In der Literatur und im Film wurden alle existenziellen Fragen schon abgehandelt. Zum Beispiel von Gene Roddenberry, dem Regisseur der Science Fiction Serie „Star Trek“. Dort gibt es das Holodeck. Einen virtuellen Raum. Eine dreidimensionale, computergenerierte Welt. Von der realen nicht zu unterscheiden. Und Sie sind mitten drin.

Das ist das Fernsehen der Zukunft. Die meisten Menschen werden sich von den gerade angesagten dreidimensionalen Shows genauso berieseln lassen wie heute. Virtuelles Extreme-Couching. Nur ca. zwei Prozent der Menschheit wollen nicht nur passiv, sondern aktiv erleben. Vermutlich eher jüngere Menschen (also unter 70). Zum Beispiel in Form von Echtzeit-Strategie-Spielen: Sie helfen, bekleidet mit Lendenschurz, beim Aufbau einer neuen Gesellschaft. Sie fangen Fische, schlagen Holz, errichten Hütten und einen Dorfplatz. Und weil es keine Zivilisation ohne Recht und Ordnung gibt, etablieren Sie noch am ersten Tag der Schöpfung ein politisches System. Der Bundeskanzler – das sind natürlich Sie selbst. Dann fangen Sie an, mit der kleinen Welt zu experimentieren. Sie können natürlich auch absichtlich falsche Entscheidungen treffen. Zetteln Sie doch einfach mal einen Krieg mit den friedliebenden Nachbarn an. Na ja, ein bisschen schade ist es ja schon um die schöne neue Welt. Aber Hauptsache, es macht Spaß.