Perchten MaskeFasenacht und Karneval - eine kurze Geschichte der närrischen Tage

Karneval, das ist der gemeinsame Oberbegriff für eine ganze Reihe von Veranstaltungen. Sie finden überwiegend in den katholischen Gebieten statt und sind, je nach Region, von ganz unterschiedlichen historischen und kulturellen Elementen geprägt. Maskenfeste gehören fast überall zum Brauchtum. In vielen größeren Städten ziehen kunterbunt dekorierte Karnevalsparaden durch die Straßen.

Sie stehen meistens unter einem bestimmten Motto und nehmen die große und kleine Politik, besondere Ereignisse oder soziale Probleme auf die Schippe.

Karneval - die historischen Wurzeln

In Mesopotamien kostümierten sich die Menschen bei den alljährlichen Festen zu Ehren der Fruchtbarkeitsgötter: Die Männer schminkten wie Frauen und die Frauen verkleideten sich als Krieger. Und das wohl schon vor 5000 Jahren. Dieser Rollentausch ist in einer altbabylonischen Inschrift aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. festgehalten:

Die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt und der Sklave an seines Herrn Seite. Die Mächtige und der Niedere sind gleichgeachtet.“

Das Gleichheitsprinzip, das unserem Brauchtum bis heute zugrunde liegt, war also schon damals Bestandteil der Feierlichkeiten. Aber darüber, ob diese uralte Tradition mit unseren heutigen Karnevals-Riten irgendwie verwandt waren, kann man nur spekulieren.

In Ägypten, Griechenland und im Römischen Reich wurden zu Beginn des Frühjahrs ähnliche Feste gefeiert. Auch andere Kulturen kennen vergleichbare Rituale in der Zeit des Übergangs zwischen Winter und Frühjahr. Die Chinesen zum Beispiel.

Karneval und Christentum

Die Christen kaperten etliche Elemente ursprünglich heidnischer Traditionen. Vermutlich haben viele unserer heutigen Feste im keltischen und germanischen Brauchtum ihre Wurzeln. Vor allem die, die zu ganz bestimmten Jahreszeiten gefeiert wurden. Kelten und Germanen ehrten ihre Götter mit Sonnwend- und Fruchtbarkeitsfeiern, dem Winteraustreiben und anderen Traditionen. Ihre Rituale waren naturverbunden und daher auch eng mit dem Bauernjahr verknüpft.